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I 3.
Archidiakon ständig im Auftrage des Bischofs revidierte, dieOrdinanden prüfte und wohl auch die geistliche Gerichtsbarkeitversah 1 . So hörte der Bischof, je mehr er Fürst ward, um somehr auf, Pfarrer seiner civitas und geistlicher Verwalter seinesSprengeis zu sein. Allerdings hat Willigis selbst noch gepredigtund, da er über eine grofse volkstümliche Redegabe gebot, soverstand er sehr wohl die Hörer zu packen 2 . Aber eine regulärePredigtthätigkeit war durch die fortwährenden Hof- und Heer-fahrten ausgeschlossen. Allerdings hat er öfters Synoden inDiözesanangelegenheiten berufen, aber von regelmäfsigen Diözesan-synoden im Frühjahr und Herbste findet sich keine Spur 3 .Auch hat er sich eifrig der Dürftigen angenommen, aber vonder regulären Armenpflege, wie sie die „canones" anordnen undnoch Karl der Grofse eingeschärft hat 4 , ist keine Rede; stattdessen findet sich ein nach Zeit des Empfanges und Zahl derEmpfänger streng geregeltes Almosenspenden 5 , eine Art
Sprengel sind Würdtwein: dioecesis Moguntina in Archidiaconatus distinctatom. I. praef. und Binterim: Denkwürdigkeiten der christkatholischen KircheS. 417 entgangen. Sie führen sämtlich auf die Zeit des Willigis: 1. Guden I,S. 356. In archidiaconatu Asafaburgensi nullisine licentia magistriscolares instruant. Es bestand also damals bereits der Aschaffenburger Archi-diakonat. Die Geschäfte des Archidiakonen versah, wie man vielleicht ausden Worten: Si Decanus ad sua negotia perrexerit — schliefsen darf,der Dekan. 2. Will: Mon. Blidenstat. S. 241 ein Archidiakon Herrmannweiht die neue Kirche in Bleidenstadt. 3. Nass. U. B. I S. 65 No. 123wird unter den Zeugen genannt: Emicho corepiscopus eiusdem provinciae.corepiscopus = Archidiakon. cf. Hinschius II, 169 n. 6. Später gehörtder Rheingau zum Archidiakonat des Kollegiatstifts von St. Moritz.Ebeling: Deutsche Bischöfe 2. S. 105. Da auch ein archipresbyter in der-selben Urkunde als Zeuge erwähnt wird, hat man anzunehmen, dafs bereits„Dekanieen" in der Mainzer Diözese zu seiner Zeit bestanden. Diesewaren wahrscheinlich älter als die Archidiakonate. Zu Udalricbs Zeitgab es in Augsburg Dekanate, aber noch keine Archidiakonate. Cf. V.Udal. cap. 6 S. S. IV S. 394.
1 Hinschius II, 189 ff.
2 Thiet. III, 5 (3) Ille — sol erat, qui sanctae suae praedicationisradiis corda multorum a Christi caritate torpentium illuxit. Libellus cap. 3S. S. XV S. 744: Praedicator — erat egregius, fidelis et prudentissimusservus, quem constituit Dominus super familiam suam ut daret in temporeilli tritici mensuram. „Juxta capacitatem audientium sciebat formare qua-litatem sermonum." Dafs Willigis predigte, steht sonach aufser Zweifel.— Überdies war das noch keine Seltenheit. Cf. V. Udal. cap. 4 S. 392betreffs Udaliichs, Widuk. III, 15 betreffs Friedrichs von Mainz.
3 Von Synoden, die er abhielt, sind uns folgende bekannt: 1. Oster-synode von 976, cf. Guden I, 352 ff.; 2. Ostersynode von 980, ct. D. ü. II.219, in Ingelheim; 3. die Synoden, die wegen des Beimser Kirchen-streites in Ingelheim stattfanden, cf. oben cap. II, 3, D.; 4. die Synodenvon Gandersheim 28. November 1000, Pöhlde 22. Juni, Frankfurt nachdem 15. August 1001 in Sachen des Gaudersheimer Streites, cf. obencap. II, 4, B.; 5. die Synode V. Adalb. cap. 15 ff. im Sommer 1004,cf. oben cap. II, 5, B.; 6. die Synoden von Mainz und von Frankfurt imJahre 1007, cf. oben cap. II, 5. B.
* Hauck II S. 245 ff.
" Cf. die oben Abschnitt 2 behandelte Stelle des libellus cap. 2.
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