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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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mit grofzem Kirchweihbraten, der zugleich als Erntebraten gilt,seinen festlichen Ausdruck findet.

Der Tag desAllgemeinen Kirchweihfestes" ist im Kir-chenjahre und im Kirchenkalender auch nicht beliebig freige-stellt. Er wird bestimmt durch den Weihetag der Er-löserkirche in Rom, am 9. November. Unser Volkstum istalso auch hierin mit dem römisch-katholischen Kirchenjahre bisheute in sehr enger Verbindung geblieben.

Am Schlufz des Kirchenjahres, am 25. November,steht das Fest St. K a t h r e i n. Esstellt Trommeln und Pfeifenein", d. h. alle Kirchweihen und Nachkirchweihen, alle Tanzmusi-ken und Lustbarkeiten des Jahres müssen am Katharinentage vor-über sein. Das Kirchenjahr geht zu Ende und die Kirche mahntnun wieder an den Ernst des Lebens und an das Ende allerDinge, an das Weltende und an den furchtbaren Weltuntergang.Am erstenAdventsonntage beginnt dann wiederdie geschlosseneZeit", die Bufz- und Vorbereitungszeit auf die Geburt des Welt-heilandes, der die Menschen aus dem Dunkel des Heidentumeszum Lichte des Christentums, vom seelischen Tode zum ewigenLeben erlöst, der auch uns von der alten Naturreligion und vomGötzendienste zum wahren Gotte und zur Religion der christ-lichen Liebe empor geführt hat.

Schon am Andreasabend, den 29. November, ziehtSt. Andreas oder auch der Knecht Rupprecht, der erste Vor-bote der Weihnachtszeit, wieder durch die Dörfer. Er schaut indie Häuser, ob in Stube und Stall, in Hof und Scheune allesin Ordnung ist. Er scheucht auch die Kinder und die spätenWanderer von den dunklen Strafzen, obwohl die Dorfstrafzen imkalten Herbst und Winter nachts ohnehin äufzerst einsam undstill sind.

Wie diese S t r a fz e n und ihr Leben sonst aussehen, undwie das heimische Volkstum aussieht, wo es mit dem Kirchen-jahre und seinen Festen nicht in Verbindung steht, davon möchteich zum Schlüsse und zum Vergleiche nur einen kurzenAusschnitt beifügen, der zwar nicht mehr zu unserem Themagehört, der aber die Oertlichkeiten unseres Volkstumes und denWerktag unseres Volkslebens beleuchten hilft.

Das Bild unserer Dorfstrafzen, auf denen sichein grofzer Teil des heimischen Volkslebens. und Volkstumesabspielt, ist im Westrich ziemlich gleichmäfzig, einfach undäufzerlich wohl allgemein bekannt: Im Gebirgsdorfe zieht die