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methoden sind je nach dem Alter und nach dem Geschlechteder Kranken sehr verschieden. Die Volksmedizin Bildet darumein eigenes, vielseitiges Gebiet der Volkskunde für sich, dashier nicht zu unserem Thema gehört. Die Kneipp'schen Heil-mittellehren und Kurmethoden haben manches davon in sichaufgenommen.
Von den volkstümlichen Heilkräutern begegnen uns mancheauch schon in den ältesten, lateinischen Kirchenkalendern. Soin dem Speyerer Kalender vom Jahre 1366. Ihre Wertschätzungist aber noch viel älter. Sie geht wahrscheinlich auf ein vor-christlich-deutsches und auch auf ein römisches Volkstumzurück.
Wer in unserem Volkstume nach altem Aberglaubensucht, findet ihn in der alten Volksmedizin und im Hexen-glauben. Auch die Unglückstage und die Unglücksstunden, dieunsere ältesten Kirchenkalender bei jedem Monate gewissen-haft am Anfang und am Schlüsse aufzuzählen und als „Dies atri"in ihren Versus Egyptiaci beifügen, gehören in das Gebiet, dasich hier übergehen mufz.
Maria Geburt, am 8. September, „jagt die Schwalbenfürt; Maria Verkündigung, am 25. März, bringt sie wiederum".— Kinder und Greise sehen es ungern, wenn diese sich schonfrühe zum Probefluge zusammenscharen und dabei ihr Ab-schiedslied zwitschern: „Wenn wir fortgehen, sind Kist' undKasten, alles voll. Wenn wir kommen ist's wieder leer!" —Auch die Bauern wünschen sich im September und Oktobernoch lange gutes, warmes Wetter für ihren Herbst- und Ernte-segen; denn „der August soll die Trauben kochen, der Sep-tember soll sie braten", der Oktober sie keltern. — Auch dieKartoffeln und das Obst, Ohmeternte und Herbstsaat verlangennoch gutes, sonniges Wetter und „ein langes Spätjahr". Nichtminder die Herbstweide, die alsbald nach der Ohmeternte be-ginnt. Nur bei gutem Wetter ist sie den Haustieren zuträglich.Nur an schönen Tagen bringt sie den Dorfbuben viele Freudenbei ihren Spielen im Freien und bei ihren Hüterfeuern.
Schon „Sankt G a 11, am 16. Oktober, treibt die Küh'in den Stall", sagt das Sprichwort. Darnach ist jeder gute Tagfür die Bauern gewonnen; denn sobald Nachtreife fallen, wirddie Weide gefährlich und die Trockenfütterung im Stalle mu(zbeginnen. Der Bauer sucht das möglichst lange hinauszu-schieben; denn gutes Heu ist immer rar und teuer und dieKartoffelschlempe der Kleinbrenner aus den selbstgepflanzten
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