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einem eingedrückten Kreuze gesegnet. — Die Hitze des Back-ofens wird mit einem Büschel davorgehaltener, leerer Kornährenprobiert, ehe man die glühenden Holzkohlen mit der Kitschherauskitscht und die Brote mit dem langstieligen Schiefzer indie Hitze hineinschiebt. — Die frisch gebackenen Brote werdenin den Backkörbchen abgekühlt. Dabei liegt die Mädelskrustoben, damit sie sich nicht von „der Brosem" innen ablöfzt.Dann werden die Laibe hochkant hintereinander auf die Brot-reff im Keller gestellt und nach Bedarf dort abgeholt. — ImBauernhause liegt das Brot den ganzen Tag unverschlossen füralle in der Brotschublade des Efztisches. Sich nach Belieben davonabzuschneiden ist keinem verwehrt und die heranwachsendenKinder, die immer Hunger haben, machen von der Erlaubnissich auch „in der Zwischenzeit", zwischen den Hauptmahlzeitensatt zu essen, fleifzig Gebrauch. Wenn die Mutter das Brot ein-mal einschliefzen oder „den Brotkorb höher hängen" mufz, dannist „Not an Mann" und Armut im Lande. Man ist in der Hinter-pfalz darum viel lieber sparsam im Trinken.
Der Schutzpatron für Trinker ist d e r h 1. VI 1 r i c h. Er istaber nur noch in wenigen pfälzischen Orten der Kirchenpatron.Auch der Sankt Lllrichswein oder St. Ulrichssegen wirdam 4. Juli bei uns nicht mehr in den Kirchen geweiht und unterdas Volk ausgeteilt. — Wie der Amethyst in Bischofsringen, soschützt das St. LUrichskreuz vor leiblicher und geistiger Be-rauschung. Doch ist das Ulrichskreuz jetzt äufzerst selten; ichhabe es nur einmal gesehen. — „Sankt Ulrich anrufen" heifztaber immer noch: Zuviel getrunken haben oder „ein Kälbchenanbinden", sich erbrechen müssen. - „Ulrichen oderUelrichen" heifzt auch das Wiederkauen bei Haustieren. Wenndieses ausbleibt, hilft und heilt das Uelrichkraut, das" dazu inden Würzwisch aufgenommen und gesegnet wird.
Die hl. Margaretha, am 12. und 13. Juli, wird abge-bildet mit einem Kreuze und einem von ihr besiegten Drachen.Sie gehört zu den 14 Nothelfern und hilft besonders den Haus-frauen gegen alle Einflüsse böser Geister. Auch die nach ihrgenannte „Gretel hinter der Heck", d. h. der Katzenklee mitseinen vielen Kätzchen, gilt noch als Zauberkraut. Es hilft gegenHexen und böse Geister. — Die nach ihr benannten „grofzenMargretle", d. h. die Ochsenaugen, Chrysanthemen oderWucherblumen, auch aus Goethes Faust als Liebesorakel be-kannt, sind bei uns noch Orakelblumen für die Liebenden.
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