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behutsam aus den Brüsten ausgedrückt, die Brust mit Fett be-strichen und mit wollenen Lappen verbunden.
Stellt sich Mundfäule ein, dann helfen Segen und Gun-delreben, die nach der Ausreibung des kranken Mundes in denSchornstein gehängt werden, wo sie in neun Tagen mit derKrankheit abdorren etc. *)
Gefährlicher ist es, wenn Hexen als Strohhalme oder alsheller Lichtschein durch Fenster und Schlüssellöcher eindringenund sich als Alp* auf die Brust junger Wöchnerinnen oder auf er-wachsene Mädchen niederlassen und diese so schwer drücken,dafz sie röcheln, keine Luft mehr bekommen, sich nicht mehrbewegen und auch nicht aufschreien können, bis jemand kommtund den Bann löst. — An gesunde Männer und Buben wagensich die Hexen nicht, nur an Brustkranke, denen sie am Lebensaugen, und an Liebeskranke, die sosehr verhext sein können,dafz sie trotz aller Mittel von ihrer verkehrten Neigung undSchwäche nicht mehr loskommen und verstockt bleiben, bis eszu spät ist.
Dafz der Hexenglaube einst viel verbreiteter war alsjetzt, beweist unser Sprachschatz. Er spricht noch von „Hexen-schuß und von Schufzblattern, von Hexenkraut, Hexenbart undHexenmilch oder Wolfsmilch, von Hexenspeichel, das istSpinnenspeichel an den Weiden, und von Hexenspiegeln, dieman zwischen dürren Grashalmen mit Speichel und Hexenmilchfertigt um durch ihre Irisfarben Geheimnisse zu erspähen. Manspricht auch von Hexenplätzen und Hexentanzplätzen, vonHexennestern im wirren Flachs und in der Halmfrucht, vonWetterhexen, d. h. von kleinen Staubwirbeln und Windhosen,von Hexenpetzen oder blauen Flecken an Menschenkörpem,vom Hexensabbat, von Verhexungen und Hexenzaubern anMenschen und Tieren." An leblosen Dingen wird diese Ver-hexung von Gelehrten „die Tücke des Objekts" genannt. —Man kann aus Sympathie auch jetzt noch einem „den Daumenhalten und die beiden Daumen einschlagen", damit sein Vor-haben glückt. Man kann ihm aber auch „die Hex machen",durch Mifzgunst, durch Ausspeien, durch Wunsch und Ruf:„Hex, Hex, neben 'naus!" etc. ihm schaden.
Dagegen kann man sich schützen durch Kreuze und Zauber-segen, die man betet oder schriftlich unter, das Kopfkissen lagtund in die Kleidertaschen steckt, dann durch Skapuliere, Amir-
*) Vergl. W. Krämer, Ein Brauchbüchlein aus dem 18. Jahrhundert.Sonderabdruck der Palaüna I926.
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