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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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K I.

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Aescherung" am Anfange der nächsten Fastenzeit und Bufzzeit.Der Palmsonntag ist aber nicht nur ein Ehrentag für dieSänger und Solisten der Passion, sondern auch für alle Buhenund Mädchen, die ihren Palmwisch sorgsam gebunden zurWeihe tragen und dafür sorgen, dafz darin nichts von demNötigen und Herkömmlichen fehlt.

In einem richtigen Palmwische müssen zusammenge-bunden sein: Je drei Zweige von Palmen, d. h. von immer-grünem Buchs, der bei unsPalme" heifzt; ferner drei Zweigeder blühenden Palmweide oder Salweide mit dicken, gelbenKätzchen; drei Zweige der grünen Stechpalme; drei langeblühende Haselzweige mit gelben Würstchen; drei Zweige vomThuja oder vom Sevenbaum und drei Eichzweige mit dürren,vorigsjährigen Blättern. Die Bindekordel soll lang und ohneKnoten sein, dafz sie im Notfalle zu Heilzwecken dienen undeiner Kuh um den Leib gehen kann.

Die drei langen, blühenden Haselruten, die unten und obenherausragen, dienen dem Palmwische unten als Stiel und Hand-habe. Oben werden sie oft geschlitzt und mit kurzen Quer-stäbchen von Hasel durchzogen, sodafz sie wie drei Kreuze oderDoppelhämmer den Palmwisch überragen.

Je höher diese Palmwische bei der Weihe vor der Kirchen-tür gehoben, je mehr sie dabei vom Weihwasser und Weihrauchgetroffen werden, um so mehr werden sie, nach dem Glaubender Kinder, geweiht, um so gröfzere Kraft und Wirksamkeithaben sie dann im praktischen Leben. Darum die Unruhe derKleinen bei der Weihe und ihr beständiges Emporrecken undVorwärtsdrängen.

Die Kirche segnet diese Palmen,damit, wer immer davonempfängt, Schutz für Leib und Seele erlangt". Sie bittet Gottferner,dafz an allen Orten, wohin sie immer gebracht werden,dessen Bewohner seinen Segen erlangen, und dafz seine Rechtealle feindliche Gewalt verscheuchend diejenigen beschütze, diesein Sohn Jesus Christus, unser Herr, erlöst hat." 2 )

Darum werden diese Palmen nach dem Wortlaute desSegens dazu verwendet die Räume des Hauses und ihre Be-wohner, die gesunden und die kranken, die sterbenden und dieverstorbenen, mit Weihwasser zu besprengen. Darum werdensie auch unter dem Dache des Hauses verwahrt und an derStalldecke befestigt, damit sie die Häuser beschützen vor Blitzund Wetterschäden, die Bewohner und ihre Haustiere vor

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