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Volkstum und Kirchenjahr : ein Beitrag zur Volkskunde der Pfalz
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Frisch über frisch! Wie geschwind hat der Hansel Fingerhutwieder seinen Flederwisch." Dabei hebt er seinen Binsenhutvom Boden auf und setzt ihn auf seinen Kopf. Dann schliefztein gemeinsames Frühlingslied die dramatische Vorstellungund eröffnet am nächsten Halteplatze zugleich eine neue, bisdas Dorf durchzogen ist.

Unterdessen gehen drei Burschen, der Weinlogel undzwei E i e r k ü r n von Haus zu Haus, sammeln Geld in ihreTasche, Wein in ihre Logel und Eier in ihren Korb, der ange-füllt ist mit Sägespänen. Am Abend wird der Winter zum Dorfehinausgetrieben und vom Sommer besiegt. Die gesammelteBeute wird geteilt und, soweit sie efzbar und trinkbar ist, infroher Gesellschaft verzehrt.

Der Sommertag am Sonntag Lätare bringt uns aber seltenschon den gewünschten Sommer. Der ganze März hat nochdas Recht zu wintern; dennMärzeschnee düngt". Erst derAprileschnee frifzt". Ertut Frucht und Weinstock weh".

Schon in unserem ältesten pfälzischen Kirchenkalender von1366 gilt der hl. Petrus, demdie Schlüssel des Himmel-reiches anvertraut" sind, wie heute noch als Wetterherr.Zu Kathedra saneti Petri, am 22. Februar, sagt der alte Kalender:Ver Petro detur. Nach dem Volksmunde aber bringt der hl.Matthias, am Schalttage des 24. Februar, den -Schlufz desstrengsten Winters:Mattheis, brichts Eis. Find't er keins, dannmacht er eins". So rufen die Kinder. Den Bauern aber kommtSt. Matthias immer zu spät. Sie sagen:Er trottelt".Du bistein rechter Trottelmatthes", ist daher ein Schimpfwort für dieLangsamen, die immer zu spät kommen.

lieber die Märzstürme und dasAprilewetter", das wechsel-reich zwischen Regen und Schnee und Sonnenschein hin undher schwankt, bestimmen auchd i e 4 0 R i 11 e r", am 10. März;dennwie sie einreiten, so reiten sie auch aus"; so bleibt dasWetter 40 Tage. Darum beachten die Bauern ihren Einritt mitSorgen und guten Wünschen; denn ihre Wintervorräte fürMenschen und Vieh gehen oft allzufrüh zu Ende und sie er-leiden dann oft auch noch eine verlängerte, unfreiwillige Fasten-zeit, ehe draufzen neue Nahrung aufspriefzt.

Die kirchliche Fastenzeit naht ihrer Höhe am fünftenFastensonntag, dem Passionssonntage. Da werden zumZeichen der Trauer und nach dem Bibelworte:Er aber verbargsich vor ihren Augen", in den Kirchen die Kruzifixe verhüllt.In den Kirchengebeten wird der sonst übliche Schlufz:Ehre