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sich da vermummen und verkleiden um sich austoben zukönnen, fast alle unter ihrem Stande, sodafz auch die schmut-zigsten und verlumptesten Masken durch die Strafzen ziehen,wo sie von Tausenden begafft werden. Diese Narretei und Mas-kenfreiheit der „Fastnachtsnarren" fährt sogar in unsere sonstsehr ernsten Tageszeitungen und macht auch dort mit wenig Witzund viel Behagen oft die lustigsten Spässe. — Unsere Dorfleutewissen davon nur wenig. Sie wissen von der „Herrefasenacht"am Sonntage und von dem nachfolgenden „Rosenmontag" odervon dem „blauen Montag" kaum mehr als deren Namen. —Ihre „Narrefasenacht" beginnt im Dorfe erst am Dienstag-Nach-mittag. Da ziehen Einzelne und Gruppen, die Scherz und Witzmachen wollen, mit Gesichtsmasken aus Leinwand und mit„Schlaraffengesichtern" aus farbiger Pappe über die Strafzenund in befreundete Häuser. Die Kinder singen: „Ringele,Ringele, Rosel — Die Küchle sin geblosel — Wenn mein'Mutter kein' Küchle backt, — Peif ich uf die Fasenacht."
Die grofzen Buben haben alte Zylinderhüte und Dreimasterund anderen alten Grofzvaterputz aus den Kleiderschränken her-vorgesucht um sich damit zu verkleiden. Andere haben ihreeigenen Kleider umgekehrt und mit farbigen Lappen besetzt.So ziehen sie unter allerhand Ulk durch die Gassen. Bisweilenwird auch ein vermummter, laut brummender Bär mit Menschen-füfzen von einem Bärenführer vorgeführt, der dafür Geld undfrische „Fasenachtsküchlich" in eine grofze „Rückkeiz", d. h.in einen fast bis auf den Boden hinab offenen Rückkorb sam-melt, in dem alles sichtbar liegt. Mädchen dürfen zu diesenSchlaraffenspielen nicht auf die Strafze. Sie belohnen und be-lachen dieselben durch ihre Fenster.
Am Abend, nach 6 Uhr, sind Scherz und Vermummung zuEnde. Die Gassen sind wieder leer und ruhig. Es wird überallzeitig zu Nacht gegessen. Darnach putzen sich Männer undFrauen, Mädchen und Burschen zum gemeinsamen Wirtshaus-besuche, so wie am Neujahrsabende. Die Wirtin stellt ihrenweiblichen Gästen hochgefüllte Teller mit gezuckerten Fast-nachtsküchlein vor und lädt wiederholt ein sie zu versuchen.Es werden aber anstandshalber nur wenige gegessen; sie habenja alle „auch selber dehäm". — Den Wein bezahlen an Fast-nacht die Männer. Die Verheirateten bestellen je „einen Schop-pen", d. h. Vi Liter, und trinken ihn aus ihren offenen Halbliter-gläsern. Damit stofzen sie zuerst mit allen Tischnachbarn an,später auch mit einzelnen derselben und trinken auf gegen-