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Obstbäume auszuputzen. Sie arbeiten schon im Vorfrühlingvorschauend für den Sommer.
Am ungeduldigsten ersehnen die Kinder den lauenSommertag und die ersten Frühlingsblumen und damit das un-gehemmte Springen und Spielen im Freien. Der Winter hatsie in ihren dünnen Kleidchen allzulange in die dumpfe, oftüberfüllte und oft auch überheizte Wohnstube eingesperrt. Erhat sie bleich und krank gemacht. Darum begrüfzen sie am lau-testen die ersten Veilchen und andere Frühlingsboten. .
Eine der häufigsten Kinderkrankheiten ist im Win-ter das Halsweh, die Mandel- und Halsentzündung, und die Hals-bräune oder Diphtheritis. Sie hat schon manchen lieben, hoff-nungsvollen Spröfzling allzufrühe weggerafft. Darum wird derTag des hl. Blasius, des Bischofes und Arztes von Sebaste, am3. Februar, feierlich begangen. In der Kirche wird morgensnach dem Gottesdienste der St. Blasiussegen gegenHalsweh erteilt und alle Mütter sind eifrig darauf bedacht sichund alle ihre Kinder jedes Jahr „b 1 ä s e 1 n" zu lassen. — DerPriester hält dabei zwei gekreuzte, brennende Kerzen, die tagszuvor geweiht wurden, an die beiden Schläfen der Betenden undsegnet sie, jedes einzeln, mit dem Blasiussegen gegen Hals-krankheiten.
Auch die Tage des hl. Antonius, am 17. Januar, des hl.Valentin, am 14. Februar, und des hl. Wendelin, am 20. Ok-tober, sind drei hochverehrten Nothelfern und Schutzpatronendes Hauses und der Haustiere geweiht: Der hl. Antoniushilft denen, die ihn anrufen, in allen Nöten. Er hilft besondersKrankes heilen und Verlorenes wiederfinden. — Der hl. Wen-delin ist ein mächtiger Beschützer des Viehes, der kostbarenHaustiere. — St. Valentin hilft Menschen und Tieren gegenFallsucht und schlimme Nervenleiden, Er ist auch ein Patronder Liebenden.
Am Valentinustage werden von Kindern und vonVerliebten gerne „V i e 11 i e b c h e n gewettet". Dabei ist esSitte, dafz sie ihre zwei rechten Zeigefinger krümmen undin einander hakein, oder eine Brezel miteinander an zwei Endenfassen, auseinanderreifzen und essen. — Dasselbe Spiel wieder-holen sie im Sommer beim „Z i n s e r r e i fz e n". Wenn siebeim Kirschenbrechen oder beim Zwetschenabmachen Zinserfinden, d. h. zwei zusammengewachsene Zwillingsfrüchte, dannfassen sie miteinander je eine Hälfte an, reifzen sie auseinanderund essen sie gleichzeitig mit den Worten: „Ich denk' dran".
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