— XIX —
richtigere Lesart ist. Endlich aber hat Schreiber dieses währendseiner Arbeit auf der Rostocker Universitätsbibliothek auch stetsdie Gelegenheit gehabt, bei der Entzifferung schwer lesbarerStellen die Meinung und die Beihilfe eines tüchtigen Paläographen,des Custos der Rostocker Universitätsbibliothek, Herrn Dr. Ad.Hoffmeister, einzuziehen.
Was nun die Quellen und literarischen Hilfsmittel betrifft,welche zur Erforschung der gegebenen Lebensumstände der ein-zelnen hier in Betracht gekommenen Personen gedient haben, sosind sie, soweit sie bei den einzelnen Artikeln angezogen sind,mit den für sie gebrauchten Abkürzungen in dem hier beigeleg-ten Verzeichnisse angegeben.
Die vorliegenden Matrikelauszüge sind nur ein Bruchstück,da sie nur neun Universitäten und somit nicht alle umfassen, aufwelchen Livländer in vergangenen Jahrhunderten studirt haben,auch mit Ausnahme Leydens und Erlangens, nicht durch alleJahrhunderte von der Stiftung der einzelnen Universitäten biszum Schluss des achtzehnten Jahrhunderts hinabgehen, was zu-meist durch die beschränkten Editionen der betreffenden Matrikelnbedingt ist. Es ist daher noch nicht zu übersehen, wie vielePersonen aus Livland in einem bestimmten Zeitabschnitt Uni-versitätsstudien obgelegen haben. Aber selbst aus dem nochmangelhaften Material lassen sich doch immerhin, wenigstens an-näherungsweise, einige allgemeinere Schlüsse ziehen. Zunächsterkennen wir, dass schon in der zweiten Hälfte des vierzehntenJahrhunderts in unsern Landen das Bedürfniss sich gezeigt hat,wissenschaftliche Ausbildung durch geregelte Studien zu erlangen.Für das vierzehnte und für den Anfang des fünfzehnten Jahr-hunderts, in welcher Zeit es in Deutschland überhaupt nur siebenUniversitäten gab — Prag 1348, Wien 1365, Köln 1385, Heidel-berg 1386, Erfurt 1392, Leipzig 1409 und Rostock 1419 — liegenuns die Auszüge von nur fünf Universitätsmatrikeln vor. Es istdabei kaum anzunehmen, dass zu jener Zeit auch Wien von Liv-land aus besucht worden sei, wogegen in der Leipziger Matrikelallerdings schon in den ersten Jahren auch livländische Namenvorkommen. Betrachten wir nun die fünf Universitäten Prag,Köln, Heidelberg, Erfurt und Rostock, 'so finden wir, dass in
2*