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Die Stadtbibliothek in Köln : ihre Organisation und Verwaltung ; Beiträge zu ihrer Geschichte
Entstehung
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Im Jahre lTT.'l kam mit der Aufhebung des Jesuitenordensnahezu das gesamte Vermögen, welches derselbe in Köln besass,und damit auch das Gymnasium tricoronatum und die kostbareBibliothek in die Hände der Stadt, welche fortan ihre Erhaltungund Forderung sich angelegen sein Hess. Kaum war Köln infranzösische Gewalt geraten, als eine systematische Plünderung derwissenschaftlichen und Kunstanstalten begann; am schwerstenhatten die Bibliothek und das Museum im ehemaligen Jesuiten-kollegium zu leiden; die Bibliothek verlor ihre wertvollsten Hand-schriften und Bücher, das Museum ausser vielen andern Schätzenseine grosse und kostbare Kupferstichsammlung.') Die drei KölnerGymnasien hatten nur noch einen kurzen Bestand; im Jahre 1798wurden sie aufgehoben und durch eine sogenannte Centralschuleersetzt, welcher mit den Räumen des vormaligen Jesuitenkolle-giums auch dessen Bibliothek überwiesen wurde. Die letztere,welcher als Bibliothekare zunächst Co g eis, später Marc bandund von Schönebeck vorstanden, wurde durch bedeutendeAnschaffungen aus Schulfonds vermehrt; eine weitere sehr bedeu-tende Bereicherung erhielt sie durch die Einverleibung aller inden Klöstern und Stiftern der Gemeinde Köln vorhandenen Bücherund Knnstgegenst&nde; aus den Klöstern der Karthäuser, derKreuzbrüder, der Karmeliter und anderer Orden kam eine grosseZahl wertvoller Bücher in die Bibliothek. Im Dezember 1803wurde auch die Centralschule geschlossen; an ihre Stelle tratunter dem Namen Gymnasium eine Sekundärschule im ehemaligenI.aurentianergebäude und im Jahre 1805 eine solche im frühernJesuitenkollegium und im Konvent St. Maximin. Den beidenSchulen wurde die Bibliothek der frühern Centralschule zugewiesenund unter die Leitung des Bibliothekars Flatten gestellt; vomJahre 1809 an erhielt sie wieder grössern Zuwachs; ein Teil dervon dem 1808 verstorbenen Vikar Alfter angelegten handschrift-lichen Sammlung, das sogenannte Museum Alfterianum, wurdedurch die Schulverwaltung angekauft und der Bibliothek einver-leibt; auch von den durch die Franzosen weggenommenen Kunst-

M Vgl. Denkschrift über die Verluste, welche die freie ReichsstadtKöln durch die Franzosen erlitten; angedruckt in Wallrafs ausgewähltenSchriften. Ksfn 1861. S. 187 ff.