Druckschrift 
1 (1886) Zur Kritik sagenhafter Beziehungen Karls des Großen zu Aachen. - Die lutherische Gemeinde zu Aachen im Laufe des 16. Jahrhunderts
Entstehung
Seite
70
Einzelbild herunterladen
 

70 I.

nehmen wissen werden, damit aus so geferlichem undt zu un-derdrückung reyner religion exercitii angestelden und in ge-mein ohn allen underscheidt ausgesprengten verdacht euwerkirch sich extricirn möge.

Jedoch nachdem vor dieser Zeit unserer etliche mit et-lichen aus Euwerm mittel heide mündlich und freundtlich geredtauch kurtz hiebevor ahn dieselbige belangende euwer kirehen-wesen und deren zustandt unvorgrifflich und, wie Gott weiss,aus hertzlicher zuneigunge geschrieben mitt angelangter bitt,sie uns, so wier an sie gesehrieben freundlich beantwortenwollen undt aber aus dem, weil keinerley antwort uns seitherzukommen, in zweiffei setzen müssen, ob unsere schreibenE. L. jemals zukommen sein mögen, als haben wir auchdiesmal umb der ehr willen unseres herren Christi nicht un-derlassen wollen Euwer christlichen gemein unser ringfügiudicium, wie hiebevor mehr an uns begert worden, und wiewir achteten, dass es aus dem verdacht aller falschen opini-onen undt secten, so der Augspurgischen im Eeligionsfriedenzugelassenen confession im grundt zuwidder, bey hohes undnidder Stands personen und mäniglich sie kommen möchten.

Und zwar weil nun mehr es dorauff mehrer theil beruhenwill, damit durch illustre und öffentliche documenta offenbarwerde, das euwere kirch, gemein und consistorium sich war-hafftig und under keinerley schein zu unverenderter und imConcordienbuch wiederholter Augspurgischer Confession bekent,mit Calvinistereye und dergleichen verbotenen opinionen durch-aus nichts zu thuen oder gemein habe, undt also das bewustemandatum, als welches allein wieder die ihm Religionsfriedenverbotene secten geht 1 ), sie nicht mitt involviren, hielten wier

1) Das letzte Mandat des Kaisers an den Aachener Rath warvom 24 December 1588 datirt und dem Rath am 8. März 1589 prä-sentirt worden. Es wandte sich gegen die ' Conventikel und Wmkel-prediger' in Aachen und sprach von dem Vorgehen der Protestantenin Aachen, das dem Religionsfrieden zuwider sei.