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eines Vermittlers zwischen den Predigern übernommen hatte 1 ),das Wirken Vietors zu paralysiren, und letzterer unter-schrieb denn auch am 23. September 1597 endlich die letztevon ihm gewünschte Erklärung. Aber auch dieses Mittelhatte nicht den gewünschten Erfolg; schon im folgendenJahre war der alte Zank wieder im Gange und dauerteso lange, bis die Katastrophe, welche mit der am 30. Juni1598 erfolgten Erklärung des Aachener Raths in die Reichs-acht hereinbrach, die Prediger zwang, die Stadt zu räumen. —Nur mit einigen Worten will ich das Schicksal derlutherischen Gemeinde nach diesem Ereigniss berühren.Die Gemeinde fasste sofort, nachdem das kaiserliche Ur-theil am 11. Juli durch das Schreiben eines Agenten inPrag in der Stadt bekannt geworden war, den Entschluss,dem Befehle Rudolfs II. entsprechend die öffentliche Reli-gionsübung abzustellen 2 ). Sie setzte-zwar auch jetzt nochalle Hebel in Bewegung, um eine von den übrigen prote-stantischen Confessionen verschiedene Beurtheilung zu er-wirken, sie betonte immer wieder ihren Gegensatz zumreformirten Bekenntniss und ihr dauerndes Einvernehmenmit dem katholischen Theil der Bevölkerung, sie schrieban ihre theologischen auswärtigen Freunde, an Jeremias Vie-tor, Aegidius Hunnius und an Lucas Oslander, sie schickteAbgeordnete aus, um bei lutherischen Reichsständen in ihremInteresse zu wirken und erreichte auch unter anderem, dassder Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg sich brieflich fürsie verwandte 3 ) — aber allen diesen Bemühungen mangelteder Erfolg; es traf die lutherische Gemeinde dasselbe Schick-
1) In Aachen angestellt wurde er am 28. März 1597 (Vgl.unten S. 64). Er hatte schon vorher sein Eiuverständniss mit derAachener Kirchenordnung öfter erklärt; diese Uebereinstimmungliess sich ja auch von vorn herein aus seiner Thätigkeit in Schlei-don schliessen.
2) Vgl. unten S. 75.
3) Sein Schreiben d. d. 1599 Januar 2 ist an den katholischenRath gerichtet.