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der Gemeinde, Johann Engels, kündigte seinen Dienst aufund begründete diesen mit Verwunderung aufgenommenenSchritt mit der Frage, ob man denn glaube, dass in derAachener Gemeinde wirklich die rechte Lehre verkündetwerde. Und als man diese Frage bejahte, erklärte Engels,gerade das sei der wichtigste Grund, der ihn aus seinernun schon so lange verwalteten Stelle in Aachen wegtreibe,dass man so unachtsam sei, dies zu glauben. Leider werdeaber in Wirklichkeit sowohl öffentlich als im Stillenfalsch gelehrt. Sein College Johann Vietor habe von derAllgegenwart Christi anders als recht und man hier gewohntsei gepredigt und ausserdem auf der Kanzel den Streitüber die Erbsünde ungebührlich angeregt 1 ), was niemandhabe merken und auf seinen (Engels') Hinweis habe ab-ändern wollen; der dritte Prediger, Nicolaus Wirich, habefalsche Lehren von der Höllenfahrt Christi und von derVerwesung der Leichen gestorbener Christen verbreitet.
Man sieht, dass sich bereits eine ganze Anzahl diffe-rirender Lehrmeinungen in der Gemeinde entwickelt hatte.Die Streitigkeiten waren übrigens schon älter; Engels hatte,um ihnen auszuweichen, bereits das Mittel versucht, dieAnnahme der beiden andern Prediger als unregelmässigerfolgt hinzustellen, und es war in der That schon von derEntlassung des Johann Vietor die Rede gewesen 2 ), überwelchen aus der Gemeinde heraus die andere Klage lautgeworden war, dass man ihn und seine Predigten nicht
1) Das waren die beiden wichtigsten Streitpunkte. Der erstebezieht sich auf die Lehre von der Ubiquität, d. h. der Allgegen-wart des Leibes Christi; diese Lehre war besonders von dem be-kannten würtembergischen Hofprediger Johann Brenz ausgebildetworden. Der zweite bezieht sich auf die Lehre vom Wesen derErbsünde; der Streit hierüber nahm seinen Anfang mit der im Jahre1567 erfolgten Publikation der Schrift des Flacius: De peccati ori-ginalis aut veteris Adami appellationibus et essentia. Vgl. S. 59Anm. 1.
2) Er sollte nach Stolberg gehen. Vgl. unten S. 78.