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allgemein gegolten hatte. Neben ihm unterschrieben dasGutachten Jeremias Vietor, Pfarrer zu Giessen, das Gliedeiner strenglutherischen hessischen Predigerfamilie, welcheauch der Aachener Gemeinde einen Prediger in der Persondes Johann Vietor (1590—1598) lieferte, und der Seniorder hessischen Superintendenten, Georg Nigrinus, Pfarrerzu Echzell, ebenfalls ein Anhänger der bergischen Con-cordie 1 ).
Nicht weniger deutlich sprach sich diese Hinneigungin der Richtung der Reise aus, welche das angesehensteMitglied der Gemeinde, Johann Kalkberner, vom 21. Fe-bruar bis zum 20. März 1590 im Auftrage des Consistoriumsnach Hessen und Sachsen unternahm, um sich an beidenStellen der Sympathien für die Aachener Gemeinde zu ver-sichern 2 ).
Kalkberner ging zunächst nach Marburg, wo er mitAegidius Hunnius verhandelte. Bekanntlich waren aberdie damaligen Verhältnisse in Hessen derart, dass von denvier Söhnen des verstorbenen Landgrafen Philipp in diesemFalle eigentlich nur Landgraf Ludwig von Oberhessen inFrage kommen konnte. Hunnius versprach, bei diesem fürdie Aachener Gemeinde zu thun, was in seinen Kräftenstände, rieth aber dem Kalkberner, was auch schon dessenAbsicht gewesen war, sich nach Sachsen zu wenden, wo erüber die augenblicklichen Aussiebten des Lutherthums diebesten Aufschlüsse erhalten könne. Dem entsprechend reisteKalkberner zunächst nach Jena, einer der Hauptburgen derConcordie, und hatte hier eine Unterredung mit dem frü-heren Hofprediger am kurfürstlich sächsischen Hofe, Dr.Martin Mirus 3 ).
1) Heppe, Generalsynoden I, 65, 199, 223; II, 82, 87.
2) Ueber diese Reise ist ein Bericht von Kalkberners eignerHand in der oben (S. 44 A. 1) erwähnten Relation erhalten. EinAuszug unten S. 74.
3) Vgl. über Mirus: Richard, Der kurfürstlich sächsische