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Wie die Haltung der Lutheraner in den zwei De-cennien der protestantischen Herrschaft in Aachen zu demkatholischen Theil der Bevölkerung gewesen war, ergibtsich am deutlichsten aus den Verhandlungen, welche siemit den Katholiken pflogen, als durch die Achtserklärungvom 30. Juni 1598 das Regiment des protestantischen Rathsaufgehoben worden war. Zunächst suchten sie Verbin-dungen mit den in Aldenhoven weilenden katholischenBürgern anzuknüpfen, welche im Anfang der achtzigerJahre beim Emporkommen der protestantischen Regierungdie Stadt verlassen und sich unter den Schutz des Her-zogs von Jülich begeben hatten 1 ). Diese erwiesen sichihnen sehr entgegenkommend und versprachen ihre Ver-wendung zu Gunsten der sechzehn lutherischen Rathsver-wandten, die zusammen mit ihren Amtsgenossen von derReichsacht betroffen worden waren, sich aber gleich ohnejedes Widerstreben den subdelegirten Commissarien unter-worfen hatten. Kalkberner versichert sogar, dass sie am11. August 1598 der lutherischen Gemeinde melden Hessen,sie möchten wohl leiden, wenn das Wohl ihrer Gemeindegefördert werde, c ihrcsthails soll uns kein hinderunggescheen'.
Dieselbe Theilnahme fanden die Lutheraner auch beiden in Aachen gebliebenen Katholiken; auch sie gabenihnen tröstliche Worte und erklärten ihre Befriedigungdarüber, dass sie sich von den 'unruhigen Leuten 3 , denCalvinisten, stets abgesondert hätten 2 ).
1) Es waren das der frühere Schöffenbürgermeister AlbrechtSchrick, mehrere Schöffen und Mitglieder des katholischen Eathes.
2) Kalkberner berichtet über eine Unterhaltung, die er mitdem früheren Rentmeister Franz Widenrath, einer der einfluss-reicheren Persönlichkeiten aus den Kreisen der katholischen Bevöl-kerung, Ende August 1598 gehabt, in folgender Weise. Derselbehabe ihm erklärt: „wie sie (die Katholiken) anno 84 liebers nit ge-wolt, dan das wir (die Lutheraner) mit innen ein paeification recessaufrichten mögen, den ihre majestät auch würde bestedigt haben ....