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die Missstimmung der Reformirten erreicht hatte, standen siedoch nicht von ihrem Vorhaben ab, sondern Hessen ihreVorstellungen beim Rath noch mehrmals wiederholen. DerRath erklärte seine Verwunderung über diese fortdauerndenQuälereien von Seiten der lutherischen Gemeinde und sprachseine entschiedene Missbilligung darüber aus, dass sie anfremde Fürsten und Herren in einem Sinne geschriebenhabe, der den Reformirten nachtheilig werden müsse; mehr-mals kam es zu heftigstem Wortwechsel, wobei der Anwaltder lutherischen Sache nicht gegen die lauten Ausfälle derBürgermeister und der reformirten Majorität aufzukommenvermochte. Am 23. October 1589 bekam die Angelegen-heit dadurch einen vorläufigen Abschluss, dass Kalkbernernebst zwei andern Gliedern der Gemeinde ein sogenanntesPfortengebot zugestellt erhielten, d. h. durch Rathsdieneraufgefordert wurden, sich bis Sonnenuntergang in dem aufdem Pontthor befindlichen Gefängniss einzufinden. Sie stelltensich in der That ein und sassen dort, ohne dass sie überden Grund ihrer Verhaftung aufgeklärt worden wären, biszum 9. November. Dann wurden sie vor den Rath be-schieden, und es wurde ihnen bedeutet, sich aus ihrer Hafteine Lehre zu nehmen und sich des Handels künftig zuenthalten; andernfalls werde der Rath noch viel unnach-sichtiger mit ihnen verfahren.
Damit war aber der Streit durchaus noch nicht zu Ende.Kurz nach den eben erzählten Vorgängen, im AnfaDg desJahres 1590 machte Johann Kalkberner die später nochnäher zu besprechende Reise nach Hessen und Sachsen,um an beiden Stellen im Interesse der lutherischen Ge-meinde zu wirken. Wie nun der Bürgermeister BonifatiusColin, der um dieselbe Zeit eine Reise nach Speyer unter-nahm, in den von Kalkberner besuchten Herbergen gehörthaben wollte, hatte dieser unterwegs seine Reise als imAuftrage des Rathes der Stadt Aachen unternommen be-zeichnet und bei "Kurfürsten, Ständen und Städten desReichs' gegen die Reformirten in Aachen zu wirken ge-