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Gründen zwischen den Anhängern der beiden protestan-tischen Bekenntnisse entwickelt hatte, zu verhüten oderwenigstens hinauszuschieben.
Trotz dieser Bemühungen hatte sieh jedoch bis zumEnde der achtziger Jahre in dem reformirten Theil desRathes ein so hoher Grad von Gereiztheit gegen die luthe-rische Gemeinde entwickelt, dass der Gegensatz zum hef-tigen Aufeinanderstoss führte, als die Lutheraner positiveSchritte thaten, welche indirekt gegen die Reformirten ge-richtet waren.
Die Zahl der Anhänger der reformirten Lehre inAachen war seit dem Jahre 1581 in erstaunlicher Weisegewachsen; mit ihrer Anzahl hatten sich natürlich auchihre Ansprüche und der Wunsch vermehrt, diesen An-sprüchen entgegen der hinhaltenden Taktik Kaiser Ru-dolfs IL thatsächliche Geltung zu verschaffen. Sie thatendas u. a. durch den Ende des Jahres J587 begonnenenBau einer eignen Kirche und Predigerwohnung 1 ]. Den Lu-theranern entging es nicht, dass durch dieses Vorgehendem Kaiser in willkommenster Weise die Mittel zu ent-schiedenem Eingreifen in die Haud gedrückt wurden. Siesannen also darauf, den zwischen ihnen und den refor-mirten Gemeinden bestehenden Zwiespalt offen kundzu-geben. Während sie einerseits in der Stadt selbst mit demkatholischen Theil der Bevölkerung zusammen gegen denvon den Reformirten unternommenen Kirchenbau prote-stirten und diese dadurch zu dem übertriebenen Vorwurfveranlassten, dass 'sich die Päbstler und Lutheraner, wiesie selbst genannt sein wollen, zusammenschlagen und denandern mit gewalt den garaus machen wollten 5 2 ), suchten
1) lieber diesen Kirchenbau befinden sich Rechnungen undCorrespondenzen im Archiv der evangelischen Gemeinde zu Aachen.
2) Vgl. das Schreiben des Pfalzgrafen Johann Casimir an denLandgrafen Wilhelm von Hessen d. d. 1588 Februar 29. (Arch. derev. Gem. zu Aachen).