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Der Aachener Gemeinde fehlte wie den übrigen die engeVerbindung mit der weltlichen Obrigkeit, welche für dieEigenart der Entwickelung der lutherischen Landeskirchenim östlichen Deutschland, besonders in Sachsen, der mass-gebende Faktor war. Die Entwickelung der Aachenerlutherischen Gemeinde fand unter denselben äusserenBedingungen statt, wie die der reformirten Kirchenc unter dem Kreuz'. Kein Wunder, dass sie sich inihrer äusseren Einrichtung an das von diesen gegebeneBeispiel anlehnte, und dass sie in Folge dessen in denAeusserlichkeiten der Verwaltung grosse Aehnlichkeit mitder reformirten Kirche besass, von der sie sich also eigent-lich nur in der Lehre unterschied. Dass hieraus die Nei-gung zu der den Gebräuchen der reformirten Kirche nahe-stehenden Zweibrücker Kirchenordnung zu erklären ist,bedarf wohl kaum besonderer Erwähnung.
Ihre gottesdienstlichen Zusammenkünfte hielt die Ge-meinde, auch nachdem seit dem Jahre 1581 die Freiheitder Religionsübung von Seiten des Rathes gesichert war,in Privatgebäuden, die aber zu diesem Zwecke mit ent-sprechenden Einrichtungen versehen waren. Es werdenals Bethäuser besonders genannt die Häuser Landskron,Löwenstein, zum Papagei, Neuer Keller, Färbhaus, im Hahnund zum Eselskopf 1 ).
Viermal in der Woche fand Predigt statt, je einmalDienstags und Freitags und zweimal Sonntags. Einmal
1) Haus ,,Landskron" ist das heute noch so genannte Hausin der Grosskölnstrasse (Gebr. Sinn); „Löwenstein" (up Pont ort)ist das westliche Eckhaus am Markt und an der Pontstrasse; „zumPapagei" hiess das Haus in der Jacobstrasse, auf dessen Stelle dasheutige Postgebäude steht; der „Neue Keller" lag am Markt undhatte einen zweiten Eingang in der Kölnstrasse; das Haus „imHahn" lag auf dem Münsterkirchhof (Noppius I, 204); „Färbhaus"und „Eselskopf" vermag ich nicht nachzuweisen.