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1 (1886) Zur Kritik sagenhafter Beziehungen Karls des Großen zu Aachen. - Die lutherische Gemeinde zu Aachen im Laufe des 16. Jahrhunderts
Entstehung
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ihren Predigern den Auftrag gibt, nach dieser AntwerpenerConfession und Apologie ihre Lehre einzurichten, so liegtnichts näher als die Annahme, dass die Aachener Gemeindeihre Entstehung wesentlich der Einwanderung von Ant-werpener Flüchtlingen verdankte, die in ihrer neuen Hei-math dieselbe Richtschnur ihrer Lehre beobachtet wissenwollten, deren sie sich in der alten bedient hatten. DieseAnnahme gewinnt noch an Wahrscheinlichkeit, wenn manbedenkt, dass schon gleich nach der Abfassung der Ant-werpener Confession die Auswanderung der Protestantenaus den Niederlanden einen grössern Umfang anzunehmenbegann.

Allerdings hatte ja schon früher eine grosse Zahlder Anhänger der neuen Lehre in den Niederlanden inder Flucht aus dem Vaterlande Schutz vor den EdiktenKarls V. gesucht und gefunden; besonders stark drängtesich aber der Strom der Auswanderer nach den Jahren1567 und 1585 nach Deutschland: das erste Mal, als Her-zog Albas Regiment Furcht und Schrecken in den Nieder-landen verbreitete; das zweite Mal, als nach der EroberungAntwerpens Alexander von Parma den dortigen Protestantendie Wahl Hess, entweder katholisch zu werden oder aus-zuwandern. Wie nach Köln, Hamburg, Wesel, Frankfurta.M.und anderen Städten des westlichen Deutschlands, sokamen damals viele niederländische Familien auch nachAachen 1 ), und zwar neben zahlreichen Anhängern des re-formirten Bekenntnisses manche Familie, die zu der blü-henden Antwerpener lutherischen Gemeinde gehört hatte.

Es ist also als feststehend zu betrachten, dass derAnstoss zur Gründung der lutherischen Gemeinde in Aachen

1) Haeberlin, Neueste teutsche Reichs-Gcschichte XV, 244;Meteranus riovus, d. i. Warhafftige Beschreibung des niederl. Kriegesdurch Emanuel von Meteren (1640) S. 652 Auch NoppiusAacher Chronik I, 203 erwähnt zum J. 1585 eine AntwerpenerFamilie in Aachen.