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1 (1886) Zur Kritik sagenhafter Beziehungen Karls des Großen zu Aachen. - Die lutherische Gemeinde zu Aachen im Laufe des 16. Jahrhunderts
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I. 15

Saint Denis sprachen, so übernahm er doch bloss die Er-zählung, so weit sie in jener Aachener Zusammenstellungvon Karlssagen enthalten war, und zwar entlehnte er sieallem Anschein nach direkt der lateinischen Vorlage 1 ).

Auch die im Jahre 1494 in Lübeck entstandene nie-derdeutsche Legende" über Karl den Grossen scheint aufdie Aachener Compilation zurückzugehen 2 ). Von histori-schen Quellen thut es, wie es scheint, die in der zweitenHälfte des 13. Jahrhunderts entstandene so weit verbreiteteChronik des Martin von Troppau 3 ), auf welche sich dannweiterhin im 14. Jahrhundert der Strassburger ChronistJacob Twinger von Königshofen 4 ), im 15. Jahrhundert derVerfasser der grossen Kölner (Kölhoff'schen) Chronik 5 )stützte.

Zum Schlüsse mögen noch einige Bemerkungen überjene eben erwähnte Compilation folgen, welche in Aachen

Der keyser gaff dat heyltum gelich

Unser vrauwen van hemelrich

In dat moenster zo Aeche

(Dit en ys geyn logen spräche),

Alda id noch hude dys dages is.

Des syt sicher ind gewys!

So we danne sy komen de kröne

Des haent de canonichen cleynen vromme,

Dat wer zo lanck zo sagen.

Wyr wyllen andere rede gewagen.

1) Gerade an dieser Stelle erwähnt der Dichter des Karl-meinet öfter eine lateinische Vorlage, während er sonst einer fran-zösischen Quelle folgt. (S. Kellers Ausgabe S. 853.)

2) Hrsg. von Bredow, Karl der Grosse, Altona 1814, p. 105.

3) Mon. Germ. hist. SS. XXII, 461, 462. Doch wäre es auchmöglich, dass (wie der Herausgeber L. Weiland glaubt) seine Nach-richt auf Vincenz von Beauvais (s. o. S. 10, Anm. 4) beruhe. Maumuss dann aber annehmen, dass er den zweiten Theil von dessenMittheilung übersehen oder willkürlich ausgelassen.

4) Chroniken der deutschen Städte (Strassburg) I, 407.

5) ib. XIII, 411.