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sein auch das Kloster Saint Denis sich rühmte, in Wirk-lichkeit sich noch in Aachen befänden. Und so ist es inder That. Die älteste Darstellung in dieser Form findetsich in jener gleich noch näher zu besprechenden hagio-graphischen lateinischen Compilation, die bei Gelegenheitder Heiligsprechung Karls des Grossen unter FriedrichBarbarossa, also ums Jahr 1165, in Aachen und sicherlichauch von einem Aachener verfasst wurde. So weit es sichheute, wo ein vollständiger Abdruck der 'Descriptio' noclinicht vorliegt, feststellen lässt, ist der zweite Theil dieserCompilation nichts weiter, als eine fast wörtliche Wie-dergabe jener lateinischen Legende mit Ausnahme desSchlusses.
Aus ihr ging die Erzählung in dieser Form in zahl-reiche spätere Darstellungen über, von denen ich, ohnedeu Anspruch einer vollständigen Aufzählung zu erheben,einige namhaft machen will.
Am vollständigsten fand ihre Aufnahme statt in jenesunter dem Namen Karlmeinet 1 ) bekannte Epos aus demAnfang des 14. Jahrhunderts, das ja höchst wahrscheinlichgleichfalls in Aachen entstanden ist. Wenn auch der Ver-fasser, wie es scheint, Kenntniss von jenen Darstellungenhatte 2 ), die von der Wegschaffung der Reliquien nach
1) Hrsgg. von Adalbert von Keller, Bibliothek des litte-rarischen Vereins in Stuttgart, Bd. XXXXV. Vgl. über dieses Ge-dicht: Käntzeler, Annalen des hist. Vereins für den Niederrhein,Heft XI, XII, 86ff., Bartsch, Ueber Karlmeinet S. 46ff. — Genauerzu untersuchen ist jedenfalls noch der Zusammenhang des Karl-meinet mit Jacobs von Maerlant Spiegel historiael. (Vgl. bes. p. 336v. 41 mit Maerlant III p. 179 (IX) v. 81.) Ganz sicher lässt sichbei dieser ganzen Klasse das Ableitungsverhältniss nicht fixiren, daoffenbar Zwischenglieder verloren sind und ausserdem schwer fest-zustellen ist, wie weit die einzelnen Verfasser willkürlich vorge-gangen sind. — Uebrigens ist im Karlmeinet p. 516 v. 51 natürlichzu lesen: ind reit der stat van Aech (statt nech) zo.
2) Vgl. die Verse S. 517: