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zur Zeit des Kaisers Friedrich Barbarossa entstand, alsKarl der Grosse durch den Gegenpapst Paschalis III. heilig-gesprochen wurde (1165). Eine abschliessende Untersuchung- wird sich allerdings erst dann anstellen lassen, wenn ein-mal sämmtliche Handschriften dieses für die Kenntniss derKarlssage nicht unwesentlichen Erzeugnisses, das denZweck hatte, die Kanonisation des grossen Kaisers durchZusammenfassung aller ihm von der Legende zugeschrie-benen frommen Handlungen zu rechtfertigen, verglichenworden sind und auf Grund dieser handschriftlichen Ver-gleichung ein brauchbarer Text hergestellt ist. Doch wer-den einstweilen die folgenden Bemerkungen zur vorläufigenCharakterisirung dieses für Aachen ganz besonders werth-vollen Denkmals einheimischer Littcratur nicht unwill-kommen sein.
Das Werk, das in der Aachener historischen Littera-tur lange unter dem Namen des Corsendonker Manuscriptsgegangen, ist durchaus nicht so unbekannt, als Kessel an-nimmt 1 ) und Käntzeler in der sonderbar verschnörkeltenEinleitung zu seiner durchaus unbrauchbaren Ausgabe 2 )desselben glauben machen will. Abgesehen von den bei-den durch Käntzeler benutzten Handschriften lassen sichohne Weiteres noch vier andere constatiren, drei in fran-zösischen Bibliotheken befindliche, die bereits von L6011Gautier und Gaston Paris benutzt wurden 3 ), und eine inWien befindliche, die Lainbecius in seinem schon erwähn-ten grossen Werke über die dortige Bibliothek eingehendbeschrieben und zum Theil bereits abgedruckt hat*).
1) Kessel, a. a. 0. S. 17.
2) Publications de la soeiete historique et archeologique dansle duohe de Limbourg XI (1874) 1—152.
3) Gautier 1. c. I (2. Ausg.) 101; Gaston Paris, Char-lemagne p. 63.
4) Lambecius, 1. c. II, 328. Daraus Kollarius 1. e. I, 468und Reiffenberg, Philippe Mouskes I, 625.