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1 (1886) Zur Kritik sagenhafter Beziehungen Karls des Großen zu Aachen. - Die lutherische Gemeinde zu Aachen im Laufe des 16. Jahrhunderts
Entstehung
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in willkürlichster Weise aus, stellte sie bald als Pilgerfahrtbald als Kriegszug dar und dehnte die in den historischenQuellen allgemein gehaltenen Nachrichten über die Ge-schenke, die der Kaiser aus Palästina empfangen, dahin aus,dass sie ganz bestimmte Reliquien aber ohne dass die ver-schiedenen Versionen vollkommen übereinstimmen als dievon Karl aus dem heiligen Lande heimgebrachten Belohnun-gen für seine gottesfürchtige Unternehmung namhaft machte.

Eine Methode, die sich in analoger Weise auch beider sagenhaften Behandlung anderer Züge Karls ich er-innere nur an den Krieg in Spanien und an die Sachsen-kriege wahrnehmen lässt.

Diese Thätigkeit der Sage ist aber in dem vorliegen-den Falle um so leichter erklärlich, als in den auf Karlden Grossen folgenden Jahrhunderten der Verkehr desAbendlandes mit dem fernen Palästina durch die immerhäufigem und umfangreichern Pilgerfahrten stets engerwurde 1 ). Ganz natürlich, dass zu einer Zeit, wo der histo-rische Sinn noch so wenig entwickelt war, wo das Ver-gnügen an poetisch ausgeschmückten Berichten in allenKreisen grösser war, als die Befriedigung, welche der Be-sitz gesicherter geschichtlicher Wahrheit verleiht, die Er-innerungen an den grossen Kaiser, dessen Persönlichkeitja wie ein leuchtendes Meteor aus dem sie umgebendenDunkel hervorstrahlte und die Thätigkeit der Sage undPoesie gewissermassen herausforderte, dichterisch erweitert,die Einrichtungen, die er in Jerusalem hatte treffen lassen,die Geschenke, die sein Gedächtniss dort wachhielten, aufeine persönliche Anwesenheit Karls zurückgeführt wurden.

Die älteste schriftliche Quelle, welche von einem solchenfabelhaften Zuge Karls des Grossen ins Morgenland be-richtet, ist jene ums Jahr 968 verfasste Compilation des demAndreaskloster am Berge Soracte bei Rom angehörenden

1) S. den Aufsatz von Koehricht im Historischen Taschen-buch, 5. Folge, 5. Bd. 340, 344 ff., 388 ff.