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1 (1886) Zur Kritik sagenhafter Beziehungen Karls des Großen zu Aachen. - Die lutherische Gemeinde zu Aachen im Laufe des 16. Jahrhunderts
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tionen des Mittelalters stattgefunden, eine im Vergleich zuden bisherigen Ausführungen klarere und richtiger geord-nete Uebersicht bieten zu können.

Es wird nöthig sein, ehe wir in die Besprechung derLegende eintreten, mit wenigen Worten darauf hinzuweisen,wie es möglich war, dass sich der Glaube an einen von Karldem Grossen nach Palästina unternommenen Zug entwickelnkonnte.

Allgemein bekannt sind die Beziehungen, die Karl inWirklichkeit mit dem heiligen Lande unterhielt. SeineFreundschaft mit dem Khalifen Harun al Raschid, sein durchmehrfache Gesandtschaften vermittelter Verkehr mit demPatriarchen Thomas von Jerusalem, der ihm Reliquien vomheiligen Grabe sowie die Schlüssel der Stadt Jerusalem,des heiligen Grabes und des Calvarienbergs schickte, KarlsFürsorge für die Christengemeinde in Jerusalem, für diedortigen Kirchen und Hospitäler, die er mehrfach mit Ge-schenken bedachte das alles sind Verhältnisse, die sooft schon zur Sprache gebracht worden sind, dass ein wei-teres Eingehen auf dieselben an diesem Orte überflüssigsein würde 1 ).

Aber mit der Darstellung dieser thatsächlichen Verbin-dung Karls mit Palästina gab sich die spätere Sagenbildung,die ja die meisten Erinnerungen an den grossen Kaiser phan-tastisch umgestaltete, nicht zufrieden. Jene authentischenund glaubwürdigen Nachrichten, die sich in den WerkenEinhards und anderer gleichzeitiger oder nur wenig spä-terer Quellenschriftsteller vorfanden, entwickelte die Sageweiter: sie schuf aus dem nur durch Gesandtschaften ver-mittelten Verkehr Karls mit dem Orient eine im ganzenspäteren Mittelalter als glaubwürdig angesehene Erzählungvon der persönlichen Anwesenheit des Kaisers in Jerusalemund Constantinopel. Sie schmückte weiterhin diese Reise

1) Vgl. Jahrbücher des fränkischen Reichs unter Karl demGrossen II. (hrsg. von Bernhard SimsonJ S. 203, 233, 298.