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Band IV.
II. Abtheilung: Beschreibung der Präparate.
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IX. A 8.Taf. XXIV. Fig. 1 und la.Schubs in das linke Hüftgelenkmit Zerstörung der Pfanne und des Gelenkkopfes. Kariöselireiterung und Vertiefung des Acetabulum mit Perforation.Gemeiner Michael Lehnert vom Oesterreich. 20. Jäger-Bat., verwundet am 3. Juli 1866 durch einen Schuss in daslinke Gesiiss. Er wurde am 17. Juli 1866 in das Lazareth zuGörlitz gebracht und starb daselbst am 26. August 1866. DieKugel fand sieb eingekeilt zwischen Caput femor. und Peri-pherie des Acetabulum.
[Lazareth Görlitz, Oberstabsarzt Dr. Tonssaint.]
IX. A 9.Schuss in das rechte Hüftgelenk.Vollständige Trennung des Kopfes vom Halse.Gemeiner Jos. Pagatschwensky vom Oesterr. 55. Inf.Regt., verwundet am 3. Juli 1866, aufgenommen in Görlitz am19. Juli. Tod am 26. August 1866 an Pyämie.
[Oberstabsarzt Dr. Tonssaint.]
Resektionen.
IX. A 10.
Fragmente eines extrahirten Caput femor. sin.Franz Haberwitz vom Oesterreich. 42. Inf. Regt, wurdeam ■!. Juli 1866 durch Schuss in das linke Hüftgelenk ver-wundet. Am 6. August wurde die Resektion bezw. Extraktionder losen Knochensplitter gemacht. Das Befinden des Patientennach der Operation kein zufriedenstellendes. Datum des Todes fehlt.[2. schw. Feldlazareth des Gardekorps, Stabsarzt Bnrchardt.]' (Der Fall ist bei Gurlt, S. 483 No. 3, erwähnt.)
IX. A 11.
Itesektion des rechten Hüftgelenks. Rechter Oberschenkelan der hinteren Seite in der Höhe des Trochanter (durch Ge-wehrschuss) getroffen. Hals quer durchgebrochen, Trochantermajor in zwei Hälften getheilt. Von der vorderen äusserenWand des Oberschenkels ist ein 15 cm langes Stück (von derSpitze des Trocb. maj. an gerechnet) entfernt, während an derinneren Seite das resezirte Stück dicht unter dem Kollum endet.Unterhalb des Trochanter befindet sich eine 4 cm lange Fissur,deren Enden nicht in die Bruchflächen auslaufen.
Wiedner vom 6. Brandenb. Inf. Regt. No. 52, 11. Komp.,verwundet am 16. August 1870. Eingangsöffnung hinter demrechten Troch. maj. 22. August Verjauchung der Wunde,Dilatation, Extraktion von Knochensplittern. 24. August Jauchungnimmt zu. 28. August Resektion nach v. Langenbeck ausge-führt von Trendelenburg. 30. August Schüttelfrost, hoheTemperatur. 2. September 1870 gestorben.
[8. Feldlazareth III. Armeekorps.](Vergl. Deutsche militärärztl. Zeitschr. 1874, S. 288 No. 11.)(Der Fall ist bei Gurlt, S. 934 No. 15, angeführt.)
vord
IX. A 12.
Resektion des linken Hüftgelenks. Die Kugel hat denderen und äusseren Umfang des Gelenkkopfes in einerdaumenbreiten und ebenso tiefen Rinne ausgehöhlt, den Hals inses vertikaler Richtung fast durchgebrochen und den Troch. maj.
abgesprengt.. Inf. Ke August Dettki vom 5. Ostpreuss. Inf. Regt. No. 41,
ili 1864 11. Komp., verwundet am 31. August 1870 bei Noissevilledurch Gewehrschuss in das linke Hüftgelenk, Eingangsöffhung
in der Mitte der linken Weiche dicht nach aussen von der Art.femor. Kugel am fünften Tage an der hinteren Hüftgelenks-gegend herausgeschnitten. Resektion am 15. September 1870.T Schnitt Stabsarzt Sachs. Bei derselben ist zuerst eine Säge-fläche dicht unter dem Troch. maj. gemacht, dann noch eine1 cm breite Scheibe abgesägt. 5 Nähte, doppelt schiefe Ebene.6. Oktober 1870 Erysipel. 9. Oktober Blutung aus der Operations-wunde, die auf Kompression der Art. iliaca steht. 10. Oktoberabermals Blutung, jauchiges Sekret aus der Wunde. 11. Oktober1870 gestorben.
Sektion lässt die Quelle der Blutung nicht auffinden. DerSchaft des resezirten Femur zeigt eine etwa 8 mm breite, desPeriosts entbehrende Schicht. Von der Eingangsöffnung gehtlängs der inneren Wand des Darmbeins eine mit putridem Eitervollgefüllte Höhle von Gänseeigrösse nach aufwärts und stehtgleichzeitig mit der Operationshöhle in Verbindung. In dieserHöhle zahlreiche Tuchfetzen lose eingebettet.
(Vergl. Deutsche militärärztl. Zeitschr. 1874, No. 16.)(Der Fall ist bei Gurlt, S. 934 No. 14, erwähnt.)
IX. A 13.
Resektion des rechten Hüftgelenks.
Das Präparat besteht aus Hüftbein und oberem Tbeil desOberschenkels; der Kopf des letzteren resezirt, die Gelenkpfannedurch Karies bis zur Durchsichtigkeit zerstört. Am äusseren,oberen und vorderen Umfange des Acetabulum Kuochenauflage-rungen. Der resezirte Gelenkkopf ist abgeflacht, der Knorpelvollständig geschwunden, die Oberfläche ganz uneben und rauh.Der Schenkelhals zeigt am äusseren und vorderen Umfangeeinige Knochenneubildungen.
Joseph Eveque vom 3. Zuaven-Regt., erlitt am 6. August1870 bei Wörth durch einen Schuss eine Fraktur der zweitenund dritten rechten Rippe und der rechten Skapula. Im Ver-laufe der Heilung gesellte sich dazu eine Coxitis dextra, welcheam 31. Oktober 1870 zur Resektion und an demselben Tagezum Tode führte im Barackenlazaretb des Tempelhofer Feldes.
Sektion: Konturschuss des rechten Thorax und Frakturdes Angul. cost. der zweiten und dritten rechten Rippe. Streifungder rechten Lunge. In Konsolidation begriffene Fraktur derrechten Skapula. Karies des rechten Hüftgelenks. AllgemeineAnämie.
[B. L. d. T. F.]
(Vergl. H. A 13 der Sammlung, die Präparate der Rippen-verletzung.)
IX. A 14.
Resektion des rechten Hüftgelenks.
Das Präparat besteht aus zwei Fragmenten des Caput femor.und dem resezirten Stück der Epiphyse des Femur, welches vonder Spitze des Trochanter an gemessen 6 cm lang ist.
Wehrmann Eduard Paschke vom Landw. Regt. No. 58,verwundet am 2. Oktober 1870. Resektion am 2. November1870. Gestorben am 16. November 1870 an Erschöpfung imFeldlazareth No. 12 des VIII. Armeekorps zu Talange. Ein-gangsöffnung etwas über der rechten Gesässfalte, Ausgangs-öffnung unter der Schenkelbeuge dicht nach aussen von derVena cruralis. Am 20. Oktober fühlt man in der Nähe dervorderen Schussöffnung ein Knochenstück, das am 21. extrahirtwird und sich als Stück des Caput femoris mit .daran sitzendemHalstheil ergiebt, etwa 4 cm lang, ebenso breit und 1 cm dick.Am 28. Oktober in der Tiefe des Schusskanals wiederum einKnochenstück fühlbar, leicht beweglich. 2. November Resektion:Rechtwinkliger Schnitt, Entfernung des am Lig. teres nochhaftenden Restes des Kaput und eines 5 cm langen Stückes deroberen Epiphyse des Femur, bis wohin Rauhigkeiten fühlbar