Studien über Rudolf von Ems. 95
= AI. 3166 (auch AI. 20645 f. im Prol. zum 6. Buch, Wh. Epil.15671 f., g. Gerh. 6843f.); der Leser oder Hörer möge freundlichgesinnt sein Wh. 2150 = das Gedicht vriuntliche aufnehmen AI. 3073(auch g. Gerh. 6853. 59); Mit süezer sinne stiure: ÄventiureWh.2151 f. (vgl. 107 f. 5605 f. 15643 f.) = mit tumbes herzen stiure:äventiure AI. 3077 f. (vgl. auch 3137 f. 8045 f. 12967 f. 13055 f.15761 f.); mit flehelichen siten Wh. 2153 = AI. 3072, Daz si michniht verkeren Wh. 2155 = daz er mirz niht verkere AI. 20654;verdarp : erwarp Wh. 2213 f. (auch 79f.) = AI. 45 f. — Eine wört-liche Wiederholung aus dem g. Gerhard, die nur in den Alexan-der, nicht auch in den Willehalm übergegangen ist: und läze minenIon daz wesen, obe erz (ditz msere g. Gerh.) iender hozre lesen AI. 20655 f.= g. Gerh. 6847f. (vgl. dazu Wh. Prol. zum B. III 5647f.); nurim Willehalm und g. Gerhard: getriuwen lip Wh. 2148 = g. Gerh.6844.
Im III. Prolog des Willehalm ist das Eingangsmotiv5595—5605, Bitte an die Dichter und Kunstverständigen um Bei-stand, gleich dem des Alexanderprologs zum 3. Buch 3063—3085.Das Motiv des Arbeitens um Gunst ist im Willehalm 5637—5658verhältnismäßig lang ausgesponnen; dem Dichter schwebt dasgleiche Motiv des I. und II. Willehalmprologs vor 5639. 5654 =Wh. 126f. bezw. 5655f. = 2297L, dazu der I. Alexanderprolog(Wh. 5652 = AI. 38). — Wh. 5631 Gezwivalten künde niht Als mansi sich zwivalten siht entsprechen AI. 3079 f. wasr gezwivalt der sin,des ich erläzen eines bin (vgl. Parz. 4, 2). Der Gedanke stammtaus Tristan 4602 f. ob ich der sinne hxte zwelve, der ich einen hän 1(ähnlich Weltchr. 8853 ob ich selber fünfte were; Zusammenhangzwischen dem II. Alexanderprolog mit jener Stelle des Tristanzeigt auch AI. 3108f. so guotes niht gesprechen kan = Trist. 4612so guotes iht geseite). Im Alexander und im Tristan also stehendie sich entsprechenden Verse in gleichem Zusammenhang, nämlichin der Einleitung zu der literarischen Stelle, im Willehalm dagegen,wo sie zudem im Wortlaut sich von den Tristanversen entfernen,sind sie nicht im II. Prolog, der die literarische Stelle enthält,verwendet, sondern in dem III. Prolog. Budolf konnte sie imII. Prolog nicht unterbringen, da sie dort, wo er ein Weiterarbeitenüberhaupt ablehnte, nicht in den Zusammenhang paßten; wohlaber konnte er sie in den III. Prolog des Willehalm eintragen,wo er um der Schilderung des Schwertleitefestes gerecht zu werden
1 Vgl. Singer, Aufsätze und Vorträge, S. 166f.