Studien über Rudolf von Ems. 85
den Eustachius mitsprechen zu lassen, lediglich aus dem Text derStelle selbst: wenn wirklich die wörtliche Zitierungsweise fürhöheres Alter der betr. Fassung spricht, wie oben bei nötic ange-nommen wurde, so muß auch hier der Alexander ursprünglicher. sein als der Willehalm, denn er allein enthält die dem Barlaam ent-lehnten Verse 3285 f. In dem wissenschaftlich bearbeiteten Ale-xander hat Rudolf jene Verse genau registriert, in dem loser gehal-tenen Willehalm als nunmehr überflüssig weggelassen und Barlädmeswiser munt als Flickvers eingeschoben. — Noch eine andere Variantespricht für die Ursprünglichkeit des Alexandertextes: hier ist nurBarlaam der Anreger zur Taufe Josaphats, im Willehalm dagegenwird er durch diu süeze Gotes kraft bekehrt. Der Standpunkt imAlexander ist der echte wie im Barlaam, wo es heißt er (Barlaam)brähte mit der lere sin daz süeze küneges kint an got 169, 22 f.,während die Auffassung von Gott als Veranlasser der Bekehrungganz der im Willehalm so stark betonten Anschauung entspricht,wonach Gott der Urheber aller guten, den Menschen förderndenEreignisse ist, vgl. z. B. 1883. 2059. 2093. 2137. 4067. 7468. 10134.11634. 13443. 15588; süeze beiGot {Crist) im Wh. z. B. 7468. 11901.13122. 13392. 13443. 14789. 15637 (zu 15632 vgl. g. Gerh. 1807ff.).Nun sind die einzelnen Prologe auf ihr gegenseitigesAbhängigkeitsverhältnis hin zu untersuchen. Hier fallen durchHäufigkeit der Selbstwiederholung jene Teile auf, in denen derZweck des Gedichtes ausgesprochen wird, d. i. die Gunst der edelenherzen, der werden Hute, oder wo der Veranlasser (d.i. im WillehalmWinterstetten) genannt wird. Sie mögen also hier vorweg genom-men werden. Inhalt und Ausdrucksweise sind an diesen Stellendurch Begriff und Wort arbeit, arbeiten gekennzeichnet. In Betrachtkommen die Prologe zum B. I und VI des Alexander, B. I, II, III,IV und der Epilog des Willehalm. Im Willehalm sind diese denGrund zur Arbeit angebenden Stücke (cur ?) schablonenhaft ver-wendet als Übergänge zur Erzählung, also am Schluß der betr.Prologe, und zwar Willeh. Prob I 124ff., Prol. II 2318ff., Prol. III5637 ff., Prol. IV 9876 ff. Den Entschluß zur Fortsetzung der Dich-tung bezeichnet der Ausdruck vürbaz arbeiten AI. Prol. zu B. VI undWilleh. Prol. II. Es sind die Stellen Alexander Prol. zu B. I 29-40:daz ich den sin ie dar üf arbeite daz got ze geleite geruochte vüegenminer kunst saslde und edeler herzen gunst 30—34; den pris behalten,üf den ich sus gearbeitet hän 36 f.; so wil ich üf den süezen wänund üf des lönes gewin arbeiten aber minen sin 38—40; Prol. zu