Studien über Rudolf von Ems. 59
vrouwen nam Und ir da diende üf holden muot Wh. 7761; Gap sorilichen glast Daz im nihtes gebrast, und sin kleincede daz er truocWas ouch rilich genuoc Wh. 1055.
d) Zweimalige Wiederholung, a) in zwei Versen: der hörteanders niht wan schal und aber schal von schalle gröz g. Gerh. 5952,dö vant ich in gelicher not den selben funt den ich dort vant g. Gerh.1580, so hcehet in diu hcehste hant der daz hoehen ist benant g. Gerh.4315; Wisliche wisen rät ze wlsem ende bringen Wh. 96. ß) in dreiVersen: Der ieglicher dienen wil Daz er hie Ion nach dienste nemDer sinem dienste wol gezem Wh. 806—808.
II. Reichere Ornamentierung, mehrfache Wiederholung (aufvier und mehr Verse verteilt):
a) Wiederholung ein und desselben Wortes oder Wortstammes:owe wie wunderliche got an mir sin wunderlich gebot mit wunderhat gezeiget! sin wunder hat geneiget so dicke mines herzen sin,nü hin nü her, nü her nü hin. er kan ein wunderasr wol sin- g. Gerh.4041—47; an kristenleben er sich begit und wirt der kristen bluomemit krisienlichem ruome. Man wirt in kristen sehende an Kristumwirt er jehende gelouben unde toufes sin Bari. 22, 30—35; Owe dessiges der dich erkos! Du bist mit sige sigelös, Ze schumphentiure insige komen, Ich hän unsigende sie genomen Wh. 1509—1512. Wei-tere Beispiele aus dem Willehalm zitiert Henrich S. 253.
b) Die Wiederholung verschiedener Wörter kann je nach derArt ihrer Durchschlingung bezw. ihrer Abwechslung oder nachder Häufigkeit ihres Auftretens manchfache Variationen an-nehmen, auch kann ein Ausdruck herrschend sich über die andernhervorheben, die sich an ihn anschließen, oder zwei bezw. mehrereAusdrücke können sich gruppenweise ablösen. Mit solchen wort-spielerischen Künsteleien werden, womöglich noch unter Bei-ziehung anderer schmückender Mittel wie der Alliteration, desVierreims, der Häufung süßer Worte, die beabsichtigten großenrhetorischen Effekte erzielt und in solchen Fällen erreicht dieprunkhafte Rede ihren Gipfel. Solche gespreizte Effektstückesind die S. 60 ff. angeführten Stellen. So geht die Herrschaftder Wortornamentik durch den g. Gerhard und den Barlaam,ähnlich, doch nicht so übermächtig, durch den Willehalm und dieWeltchronik.
B) Verhältnis der Figur der Wortwiederholung zum Inhalt.Die Wortwiederholung ist die hauptsächliche Ausdrucksform fürden erhabenen Stil bei Rudolf. Nach den Forderungen der Rhe-