Druckschrift 
1 (1904)
Entstehung
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werden kann. Daraus ergiebt sich auch die Altersbestimmung.Fol. I trägt von viel jüngerer Hand den Vermerk: über sanctiLiudgeri in Werdina; vgl. u. Taf. 17. Inhalt der Handschrift sindGregorii Magni Moralia in Jobum. Daraus

a) Gewöhnliche Halbunciale. Hier sind die oben gesetztetironische Note für legi, die vom Corrector herstammt, der besondersden ersten Teil der Handschrift stark nachbesserte, sowie die An-führungszeichen am Rande zu beachten. Die mitgetheilte Stellefindet sich fol. 204 in Buch XXXV.

d(omi)n(u)s dic(it). si in Sidone et Tyro facte \fiiissaitvirtutes que /acte sunt \ in vobis. olim in cilicio et cinere \penitentiatn egissent. In cilicio \

b) Angelsächsische Halbunciale; ebendaher fol. 49 aus BuchXXIX. Man beachte die im Text Zeile 30 vorkommende Siglefür enim, die Anführungszeichen am Rande, sowie das Zusammen-drängen der letzten Zeilen.

or inclinat. modo quattitor \ superius erigit. et tres inferi \iisprcmit. S(an)c(t)a quoque eccle \ sia. cu(in) modo infidettb(us)trinita \Tafel 6. Fränkische Cursivminuskel des achten Jahrhunderts.Handschrift der Kaiserlichen Bibliothek in St. Petersburg, F. XIV, I,einst St. Germain 598, geschrieben im Kloster Corbie. GenaueBeschreibung der Handschrift und ihres Inhalts haben gegebenGillert, im Neuen Archiv der Gesellschaft für ältere deutscheGeschichtskunde V, 255258, und Leo in der Vorrede zur Aus-gabe der Gedichte des Venantius Fortunatus in Monumenta Ger-maniae historica, Auetores antiquissimi IV , 1 , VIII XII. Vor-liegende Tafel ist nach einem von Arndt angefertigten Facsimilehergestellt. Sie enthält den Anfang vom zweiten Buch der vonVenantius Fortunatus verfassten Vita Sancti Martini, in Leos ge-nannter Ausgabe S. 314315 Vers 129. Die Buchstaben derUeberschrift sowie die grosse Initiale sind in der Handschrift gelb,grün, roth und lila ausgemalt.

Incipit cinsdem lib(er) IIPendula tarn dudum laxavi carbasa pnniDum pellagus conponit iter dum nauta resumitEt restrieta semel levius se sarcina (dueti getilgt) ducit

(von anderer Hand)Me quoque iam primi finita parte libelliAd cursum levis aura vocat paro lintea ventisSp(iritu)s alte volans imple mea vela seeundusNe trepidam classem contraria flabra flagellentMartinum mea prora vehat s(an)c(t)a emptica nauteDulcis apex spes fide ratis leve pondus amantisMercis onus suave est et si veheretur in ulnisQui tetigit quodeumque manu vel tactus ab ullo estA digitis sallii alta salus fiuit unguenta bunguaeFimbria quin etiam quod nobilis attigit umquamSparsit abundantem modica de veste salutemFontes et huius aquis restrieta est unda cruorisSiccavitq(ue) suo refluamina fluxa fluentoSumens eger opem per furta salubria filiDum nescit medicus finit (aus finet verbessert) discrimina

morbusI. Arbiter Arborius vir prefectorius idemQuartana genitam graviter cruciante caminoPlurima dum faceret neque cura mederet alumne (aus

alumine verbessert)Missa beata viri restinxit epistola febremQue super inposita charta reeubante puellaMox sudoris aquas ubi litterra (sinnlose Worttrennung

ubilit terra !) sicca rigavitFebris ab internis extraeta est arida membrisAc se serenato mandidans sine vettere nimbiRore atramenti restineta est flamma camini

Israhelitarum veluti moysiticus alter

Ne vapor exeruciet protendit pagina nubem.Arndt hatte diese Schriftart nach dem Vorgang älterer Palaeo-graphen trotz Wattenbachs Einspruch als langobardisch bezeichnet.Ich hatte bei der 3. Auflage Arndts Bezeichnung, obwohl ich mirder Sonderstellung dieser Gruppe bereits bewusst war, hauptsächlichaus dem Grunde beibehalten, weil mir ein Zusammenlegen mit dem,was man bis dahin als merovingische Schrift zu bezeichnen pflegte,noch weniger angebracht schien. Nach den Forschungen Traubes(Palaeographische* Anzeigen. N. A. XXVI, 229 f. und Perrona Scot-torum, Sitzungsberichte d. Münchener Akad. phil.-hist. Cl. 1900,S. 472474), die ich durch eigene Beobachtungen bestätigt fand(vgl. Schrifttafeln 3. Heft, Text zu Tafel 71), muss die BezeichnungNationalschriften" und die strenge Scheidung zwischen lango-bardischer und merovingischer Schrift (vor allem in der bisher be-liebten Abgrenzung) als unhaltbar fallen gelassen werden. Dieallgemeine Entwicklung der Schrift vom 6.8. Jahrhundert lässt sichin grossen Zügen etwa folgendermassen darstellen. Den altenPrunkformen der Buchschrift (Capitale und vor allem Unciale) stehtdie Cursive der Geschäfts- und Urkundenschrift gegenüber. LetztereSchriftart bildet das für die Weiterentwicklung eigentlich treibendeElement. Zwischen den beiden Gegensätzen des häufigen Fort-übens der reinen Unciale und der viel selteneren Verwendung derreinen Cursive als Buchschrift (vgl. als gutes Beispiel hierfür Heft 2,3. Aufl., Taf. 35) ergeben sich mehrfache Abstufungen, die sichwieder auf zwei Grundformen zurückführen lassen: 1. Wahrung desGrundcharakters der Unciale, aber Concessionen an die Cursivedurch Uebergang zum 4-Linienschema, Vereinfachung und Um-formung einzelner Buchstaben, auch wohl Uebernahme vereinzelterBuchstaben-Verbindungen es ist die Schriftart der Halbunciale,und 2. Beibehaltung des cursiven Alphabets, aber Streben nachgrösserer Regelmässigkeit und unter Umständen auch kalligraphi-scher Ausbildung im Sinne der Buchschrift. Ich möchte für dieseGruppe die Bezeichnung Cursiv-Minuskel vorschlagen (Steffens Lat.Palaeographie wählt dafür Halbcursive). Wie wenig hierbei auffränkischem Boden von einem einheitlichen Typus gesprochen wer-den kann, zeigen allein in diesen Schrifttafeln folgende Beispiele:1. Heft Taf. 6, II ; 2. Heft Taf. 35a, 3. Heft Taf. 71. Die aufunserer Tafel reproducirte Schrift bildet mit anderen aus Corbiestammenden Handschriften eine besondere Gruppe für sich und istdemnach mit Traube alsSchrift von Corbie" zu bezeichnen. Dercharakteristische Buchstabe ist, abgesehen von dem allgemeinenDuctus, das einem ,,ic" ähnliche a.

Tafel 7. Montecasinesische Schrift

a) des zehnten Jahrhunderts, entnommen der Handschrift derKgl. Bibliothek zu Bamberg G. E. III, 4 Nr. 6 (Jaeck 513. Vgl.dessen: Vollständige Beschreibung der öffentlichen Bibliothek zuBamberg I , S. 67, und Archiv der Gesellschaft für ältere deutscheGeschichtskunde VI, 40 fg.). Die Handschrift enthält des VictorVitensis Historia persecutionis Africanae provinciae und des PaulusDiaconus Historia Romana. Unsere Probe findet sich bei demletzteren. X, 4 u. 5 = Ausgabe von H. Droysen. Berlin 1879 S. 84.

stantino. Maxentiofiliis augustorum \ Licinnio et Maximinonovis hominibus. \ quinto tarnen Constantinus imperii \ suianno bellum adversus Maxentium \ civile commovit. copiaseins multis |] proeliis fudit. Ipsum postremo Romc ad \ ver- 5sunt nobiles omnibus exitiissevien \ tem apudpontem Muluiumvicit. | Italiaq(ue) est potitus. Maxentium | subpositum feruntarte muliebri || teuere mariti. animum laborantis j auspicio 10gratissimi partus coepti a pu \ ero. Non multa deineepsin Oriente | quoque adversus Licinium Maximi | nus res novasmolitus est. vicinum || exitium fortuita apud Tharsum \ mon- 15tem pervenit. Constantinus | tarnen vir ingens et omniaefficere \ nitens que animo preparasset. simul | prineipatumtotius orbis affeetans.