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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
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Dreisilbiger Auftakt und schwere Taktfüllung verbinden sich inv. 485 und 2407, während die Verse 105. 627 und 2788 überhaupt schwerunter das Maß vierhebig stumpf zu bringen sind.

Ich glaube hiermit den Hauptzügen nach die rhythmischen Prin-zipien bezeichnet zu haben, die den Vers unseres Fahrenden beherrschen.Der Auffassung vieler Einzelverse gegenüber bleibt freilich ein Momentder Unsicherheit bestehen. Die Gründe dafür sind schon erwähnt worden.Inwieweit nach meinem Empfinden dem Schreiber des 15. JahrhundertsZusätze, anderseits Auslassungen kleiner Wörter, Setzung voller Wort-formen an Stelle von apokopierten, synkopierten oder inklinierten, Ände-rungen in der Wortfolge u. a. zur Last fallen, zeigen die Lesarten(gelegentlich in Fragestellung) am Fuß des Textes. Bei der gegebenenSachlage scheint Vorsicht gegenüber Änderungen des hsl. Befundes ge-raten; ich hoffe, ich bin hierin nicht zu weit gegangen. Manche werdenvielleicht gerade das Gegenteil finden.

Ist lose (aber nicht roh!) das Beiwort für den rhythmischen Bauder Verse, so muß man der Reimtechnik die Prädikate schlicht, haus-backen, ja ärmlich zulegen: sie ist, Hand in Hand mit der Einfachheit derSyntax und des Stils, die zu erwartende Ausdrucksform eines Fahrendendes 14. Jahrhunderts, dem viel mehr am Erzählungsinhalt als an der Formgelegen ist, und der von der «geblümten Rede» nichts weiß oder nichtswissen will. Seine Reimarmut zeigen oft wiederkehrende Reimbindungenwie man : an : dan : kan : hau oder frauwen : schauwen, schone : kröne,stunden: fanden, stunde(n): hunde(n), sacken : machen, tag : lag, vehten: be-rehten, besonders auch die Bindungen auf den so leicht reimbaren In-finitiv sin. Für die Wiederkehr desselben Reimes nach ein paar Vers-zeilen ist 405 f. sprechen: rechen 413 t". ein gutes Beispiel, oder 469 f.klar : jar = 475 f.; s. auch 2899^:2905. An bloßen Flickreimen fehltes nicht, vgl. 637. 835. 1469. 1474. 1534. 1916. 1934. 206s. 2543.2900. 2906, wennschon die ganz schlimmen 2525 und 2635 (s. Fuß-noten dazu) dem oder einem Abschreiber zuzuweisen sind.

Mehrmals treten «Vierreime» auf, jedoch nur innerhalb von Sinnes-abschnitten, nie als Ausklang solcher. Sie mögen nicht unabsichtlichsein, also eine Art Reimspielerei, viel Kunst steckt aber nicht dahinter. 1Sie finden sich: 1. 201204 (zweites und drittes Reimwort identisch, dochs. Fußnote zur Stelle). 2. 443446. 3. 10611064 (erstes und viertesReimwort identisch). 4. IUI II 14. S- X S3Si53 s > falls da wirklichein Vers (keine Textlücke!) ausgefallen ist, doch kommt sonst ein Drei-reim nicht vor. 6. 17791782 (erstes und drittes Reimwort identisch).7. 21672170 (erstes und drittes Reimwort identisch, außerdem Innen-reim der vierten Zeile). 8. 21972202 mit der Reimstellung a : a,b : b, a: a. 9. 30613064 ä : ä : ä : ä.

l Mit besserem Können verwendet sie der 4. Redaktor der Heidin. PfannmülleraaO. S. 195 ff.