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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
Entstehung
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nähme. Der Anfangsbuchstabe sowie auch öfters andere der erstenZeile einer jeden Seite sind meistens größer als sonstige Majuskel, zu-dem etwas mit der Feder ausgeziert. Alle diese Anfangsbuchstaben derVerse sind vom Rubrikator, der m. E. mit dem Schreiber nicht identisch istrot gestrichelt; ihm gehört dann auch die rote Titelüberschrift an, eben-so die 4 Zeilen hohe ^-Initiale zu Anfang des Textes und zahlreiche23 Zeilen hohe zur Einleitung von Abschnitten; doch steht die zuv. 2782 zu erwartende schon 2781. Nur ganz selten ist im Versinnernein großer Buchstabe (z. B.: im Eigennamen Johan oder in Jungfrauwe)rot gestrichelt. Der Einband besteht aus einem dünnen, mit dunkelbraunemPapier überzogenen Pappdeckel, auf dessen Rücken ein Papierschild ge-klebt ist mit der Aufschrift: von / dem I Ritter j Joan / Mst.

b) Orthographie und Sprache der Handschrift.

Vorausgeschickt sei die Bemerkung, daß zwei Erscheinungen, diedem Schreiber zuzuteilen sind, im Textabdruck nicht berücksichtigt sind:I. die Verdopplung von Konsonanten, wo sie rein graphischer Natur istoder bei event. Bedeutungsmöglichkeit nur unregelmäßig auftritt, z. B.vernünfft, lief, brieff (dagegen wurde das durchgehend stehende uff = üjbelassen); vorrust (251), frommekeit (5) gegenüber fronten (3), gec^emen .-nemen (727) und sogar vernömen (= -nämen): quamen (1799); Johann:an (897) : man (1089); enbotten, vermuten : stritten (1325) gegenüberuntersnyden : nyden (879), der dem Dichter gemäßen Sprachform. 2. Diesehr häufige, doch regellose Setzung vonVokalzeichen", s. unter deneinzelnen Vokalen und vgl. Ehrismann, AfdA. 35, 37.

A. Vokalismus.

Mhd. a = a, einmal durch ä 1 bezeichnet 2238 van : an. Schwächung zue in nebentoniger Silbe vyende 222. 308 gegen vyande 314, das auchim Reim steht, wie nyeman: an 801 gegenüber nymen : rytnen 1625.(s. unten unter II b); im Versinnern nyeman(i). Für den Umlaut,,auch den jüngeren, durchaus e:senfften, welsch, altvetter (726), epte(509), hendschuch (661; PBB. 4, 16), gedencke (subst. acc. plur. 36),fleckern (1426) usw. Dahin auch zu stellen (PBB. 22, 259, 10)entwurie (subst. 589. 1711 und verb. 3063). Einmal steht ee inbeer 3010 (Dehnung vor r?), ö in war 1898 (Weinh., § 29), vgl. auch.roschlich 220; 0 unter Einfluß des w in ^wolff 203. 504 usw.jener zeigt im dat. gyme 2371, im acc. gierten 2644.

ä a, je einmal durch ä, ä bezeichnet, mäge 2873, siäl 572, erscheintals 0 in wo, jo (1646), in do mhd. da, umgekehrt da = do, aberder Dichter reimt da (lokal) : Ha 91 und do (temp.) : vro 2591; ferner

1 Die Punkte, aus kursivem e entstanden, erscheinen hier und bei den.anderen Vokalen schräg übereinander gestellt.