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Johan uz dem virgiere : eine spätmittelhochdeutsche Ritterdichtung nach flämischer Quelle
Entstehung
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lieferten Gestalt des Romans wenigstens, stark in den Hintergrund tritt.Und wie Richars li Blaus an der Wiege des Riddere metler Mouwen Pategestanden hat (s. u. die Anm.), so steht er auch hinter dem Johan u\dem virgiere (Junker Jan wt den vergiere). Die folgende tabellarische Gegen-überstellung des Erzählungsverlaufs wird dies am besten veranschaulichen.

demgegenüber auf die weit näherstehende Darstellung der enfance im Sire Degarrev. 183 ff. aufmerksam machen. Riddere metler Mouven heißt es v. 1770 fr.:

Oec was hi clerc ende geleert.

Wanl In werd ter doget gekeert,

Daer menne tenen vondelinge vant,

Dal was te Doevre in Ingelant;

Daer ginc hi ter scolen X. jaer.

Oec was hi heme vonden daer

Beide grau ende oec hont,

Ende in selvere hondert pont.Im Sire Degarre nun wird das von einem Eremiten vor seiner Türe gefundeneKind seiner in der Stadt (ohne Namen) verheirateten Schwester übergeben, bis eszehnjährig in die hermitage zurückgeschickt wird und da v. 287 f.:

He taugte him of Clerkes lore

Olher teil wynler olher morc.Dann die dem Kinde mitgegebenen Gaben v. 190 ff.:

Four pound ghe loh of gold

And ten of selver also . . .

And selhlhen ghe tok a peire glove

Here lemman seilte of Fairi-Ionde.Dem Gold und Silber entsprechen im nl. Gedicht in selvere hondert pont, das Pelz-werk (grau ende hont) könnte eine realistische Umbiegung des Feenhaudschuh-Motivssein, wofür der Niederländer ja keinen Gebrauch hatte. Im überlieferten Richars istes ein Stück Seidenzeug, das auch bei der Erkennung zwischen Mutter und Sohnhereinspielt, aber von dem Gold und Silber und Pelzwerk findet sich keine Spur.Möglich, daß die etifance des Helden unter geistlicher Obhut letzten Endes aus derGregorlegende entlehnt ist. Es ist hier nicht der Ort, auf das Verhältnis der dreiDichtungen im einzelnen einzugehen. Dies nur will ich andeuten, daß m. E. der Ver-fasser des R. in. M. zwar nicht den mengl. Sire Degarre, der zeitlich ja jünger sein wird(s. Schleich aaO. S. 55), gekannt hat, wohl aber dessen, freilich nur zu er-schließendes, frz. Original, ein verlorenes Lai d' Esgare (Schleich S. 54), für dessenExistenz die angezogene Übereinstimmung als neuer, erwünschter Wahrscheinlichkeits-beweis gelten darf. Dann wird aber wegen R. m. M. v. 1773 Dal was te Doevre inIngelant das Lai bereits England, nicht die (Eitel) Bretaigne als Handlungsort gehabthaben, so daß die Gruppe Q des Sire Degarre hierin (gegen Schleich S. 21, 24) dasUrsprüngliche bewahrt hat. (Über eine zweite auffallende Erscheinung dieser Gruppes. unten S. 18, Anm. 1.) Nun stand aber das Lai, wie aus dem Inhalt seines erhaltenenSprößlings, des Sire Degarre, hervorgeht, in bezug auf Motivverkettung so nahe zumRichars I, d. h. einer älteren Redaktion des uns überlieferten Gedichtes, daß es ent-weder als dessen freie, dämonisch aufgeputzte Bearbeitung erscheinen oder erst selbstden so viel realistischeren, gegenwartsfrohen Richars ins Leben gerufen haben mag.Nachdem nun eine nur ihm zukommende Einzelmotivausgestaltung die enfance des