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Systematisches Verzeichniß der Schmetterlinge der Wienergegend
Entstehung
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wieder herausziehen. Denn steckt man sie auf einem Brette fest. Sollendie Flügel recht flach liegen, so gräbt man Furchen ins Brett, in welcheder Leib des Schmetterlinges zu liegen kömmt. Man macht sich von langenStecknadeln oder dünnem Drate Klammern, mit welchen man die ausein-ander gezogenen Flügel sachte niederdrückt, daß der Schmetterling zu fliegenscheint. Alle 4 Flügel müßen im Gesichte seyn. Den Fühlhörnern undFüßen kann man mit daneben gesteckten Nadeln ihre Richtung geben. Indieser Stellung muß das Inspect wenigstens einige Tage bleiben, bis es erhär-tet. Starrgewordene Flügel kann man wieder erweichen, wenn man sieüber den Dunst eines aufwallenden Wassers hält, oder mit Weingeiste anden Gelenken befeuchtet, abgebrochene Glieder mit Gummi oder feinem Klei-ster ansetzen. Von den Tagschmetterlingen soll man jede Art auf beydenSeiten, von den Abend- und Nachtschmetterlingen aber beyde Geschlechterjeder Art nur auf der obern Seite zu erhalten suchen, von allen aber auchum die Zeichnung= und Farbenänderungen (Varietates) in der Art (Species)sich bewerben. Die Sammlung ist systematisch zu ordnen, und gut unterGläsern wider den Staub und die Speckkäfer (Dermestes) zu bewahren.Einige bestreichen auch die Brust und den Bauch auf der abstehenden Sei-te mit Spick= oder Terpentinöl, so wie das ganze Behältniß der Schmet-terlinge. Aller Sergfalt ungeachtet sterben doch einige Farben mit der Zeitab. Daher hat man alle Jahre etwas zu recrutiren. Hat ein Schmetter-ling das zweydeutige Glück nicht, irgend in einer Sammlung nach demTode bewundert zu werden, so genießt er doch auch seiner Freyheit nichtlange. Er wird von Vögeln gefangen, oder nützt seine Flügel so ab, daßer zuletzt nur im Grase herumtaumelt, und von andern Insecten aufgefres-sen wird. Es ist von allen wahr, was Vida von jenem des Seiden-wurms singt.Breuis omnibus aetas,Et nunquam ex sese prolem videre creatam. Bomb. I. 1.C 2