⸸ ⸸Seiten mit Luftlöchern besetzet. Der Schwanz spitzig, oder bärtigt, oderzweyborstigt. Bey der Abstreifung des Raupenbalges sind die Pupen grün,nachmal wird die Farbe weißlicht, mit Gold geflecket, grün, blaulicht, roth-braun, kastanienbraun oder schwarz, glänzend oder roh. Es giebt einigemit einer ganz steifen Schale, die meisten aber bewegen den Leib, wenn sieangerührt, angehauchet, in den Händen erwärmet, unsanft geleget, odervon feindlichen Insecten angefochten werden. Dieß ist auch ihre einzigesichtbare Lebensspur, und nebst der Kälte und Schwere das Zeichen ihrerGesundheit. Wo man Pupen suchen müße, ist schon oben angezeiget. Dieunter der Erde liegen, wird man finden, wenn man mit einem spitzigen Ei-sen oder Holze den Grund um die Bäume etwa eine Spanne im Umkreise,und in der Tiefe aufwühlet; aber vorsichtig, indem man besonders die fri-schern leicht zerquetschen kann. Man soll sie zu Hause in eben der Stellunghalten, in der man sie gefunden hat. Es ist immer rathsamer sie in ihrenGespinnsten und Hülsen zu lassen. Der Fürwitz hat schon manchen hübschenSchmetterling das Leben gekostet. Die Luft, die Sonne, der Staub,der sich in ihre Luftlöcher legt, tödtet sie. Hat man mehr Stücke von ei-ner Art, dann kann man wohl etwas wagen. Die Schachtel, worinnman sie aufbehält, soll sich mit einem Glasdeckel wohl schließen, soll rauheWände haben, damit die ausfallenden Schmetterlinge leicht aufkriechen kön-nen, an die Wände sollen die gefundenen Gespinnste mit einer Stecknadelangehäftet, die ausgegrabenen blossen Pupen aber auf dem mit Erde bedeck-ten Boden umher gelegt, und die Erde alle zwey oder drey Tage etwas be-feuchtet werden, gesetzt auch, daß es die Pupen ein wenig träfe. Eineübel gefütterte oder verletzte Raupe macht eine krüpeligte, oder gar keine Pu-pe. Wenn die Leibringe ineinander schliefen, die Fliegeldecken runzelicht,gelblicht werden, oder sich vertiefen, dann ists meistens mit der Pupe ge-schehen. Zuweilen brechen anstatt des Schmetterlings grosse weiße Flie-genmaden ans der Pupe, die bräunlichte Cylinder spinnen, zuweilen ein Rau-pentödter. Die Raupe war nemlich auf die oben erzählte Art mit Eyernbesetzet, hatte aber dennoch so viele Kräfte noch sich zu verwandeln. Zu-weilen wird man auch in dem Gespinnste oder in der Erde nebst dem Rau-penbalge nichts als einen walzenförmigt eingesponnenen Raupentödter finden,der die Substanz der Raupe aufgezehrt hat, und über eine Zeit ausfliegenwird.
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Systematisches Verzeichniß der Schmetterlinge der Wienergegend
Seite
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