⸸ ⸸ ⱥsie oft den Thau von den Blättern auf. Raupen zu finden muß man eingutes, geübtes Aug haben. Ihre Unbeweglichkeit, und die Gleichheit derFarbe mit dem, worauf sie sitzen, betrüget oft. An niedrigen Pflanzenund Gesträuchen muß man die Unterfläche der Blätter besehen. Man mußAcht haben, wo viel abgefressen, wo der Boden umher mit Raupenkothebestreuet ist, wo zusammengesponnene Blätter sind. So kriechen sie auchan Zäunen, Planken, und Mauern auf. Wenn man an die höhern Aesteder Bäume einen unversehnen stärkeren Schlag oder Stoß thut, so stürzetalles in Schrecken herunter; aber es verliert sich vieles im Grase, wenn mannicht vorher ein Tuch aufbreitet. Die gefangenen Raupen bewahrt man inSchachteln, Gläsern, oder Irdengeschieren. Der beste Deckel ist von dün-nem Drat= oder Fliegengegitter, oder Leinwand; denn sie sollen Luft haben.Man giebt ihnen das Futter, worauf sie gefunden worden. Kann man esihnen nicht in kleinen Wassergläsern hineinsetzen, damit es sich länger frischerhält, so soll es, wenigstens bey grosser Hitze, zweymal des Tages verän-dert werden. In Gläsern kann man ihnen freylich besser zusehen; aber siekriechen sehr hart auf, und dieses sollen sie. Man kann mit einigen Spä-nen und Aestchen abhelfen, die man ihnen quer hineinlehnt. Etwas Baum-rinde oder dünnes Holz in den Ecken ihres Behältnisses erleichtert ihnen dasEinspinnen. Auf dem Boden soll, wenigstens für die nackten und haarig-ten Raupen, drey Finger hoch lockere Erde seyn, und zuweilen mit einemSchwamme befeuchtet werden. Mancherley Arten, besonders der nackten,sollen nicht beysammen wohnen. Sie beißen und fressen einander oft garauf, absonderlich wenn man sie hungern läßt. Sie greifen dann auch dieschon eingesponnenen Pupen an. Neben dem irrt man sich auch nachmal inUnterscheidung der Pupen und Schmetterlinge. Das häufige Koth derRaupen beginnet zuweilen auf der Erde zu schimmeln, man säubere daheröfter das Behältniß; aber man lasse die Raupen, so viel möglich, in derRuhe, und taste sie nicht an. Hat eine Raupe ihre Reife erlangt, so ver-färbt sie sich meistens, entlastet sich des überflüßigen Unrathes, läuft ge-schäfftig herum, und wählt den Ort ihrer Verwandlung.B 3III. §.
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Systematisches Verzeichniß der Schmetterlinge der Wienergegend
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