S r. Lune
An den Leser.Wir sahen unterdessen in verschiedenen Ländern Europens immerneue Bücher über diesen Theil der Naturgeschicht, die Arbeiten einesGeoffroys in Frankreich, eines Sulzers in der Schweiz, einesGronovs in Holland, eines Brünnichs in Dänemark, eines Schre-bers in Sachsen, eines Beckmanns im Hannöverschen ans Licht tret-ten. Wir lasen im Lyonnet, (*) und andren gelehrten Naturfor-schern den Wunsch, daß sich in jeder größeren Gegend jemand findenmöchte, der es auf sich nähme die einheimischen Insecten zu beschrei-ben, damit endlich durch die Vereinigung dieser besonderen Beyträgeihr Kenntniß jenen Grad der Vollständigkeit erstiege, zu welchem wirdie Kräuterkunde, meistentheils durch eben dieses Mittel, gelanget zuseyn sehen. Wir fanden auch hierinn schon Vorarbeiter, den P. Po-da aus der G. J. in Steyermark, den gelehrten Arzt H. Scopoliin Krain, den berühmten H. D. Schäfer in der Regensburgergegend.Sollten die Wienergegenden nicht eben die Arbeit verdienen, der sichdiese unermüdeten Männer unterzogen haben? Wie fruchtbar sind siean manchfaltigen und seltnen Pflanzen! man kennt die Sammlungeneines älteren Clusius, und verschiedner heutigen erfahrnsten Botaniker.Da nun fast keine Pflanze ist, die nicht ihre eigenen Bewohnerund Gäste vom Raupengeschlechte hätte, schließe man auf die Mengeund Verschiedenheit der Schmetterlinge, und hieraus auf die Erheb-lichkeit einer genauen Untersuchung, und systematischen Behandlung.Wir schmeicheln uns, dieser Untersuchung und Behandlung umso viel mehr gewachsen zu seyn, da wir mit vereinigten Kräften, undmehrern Augen zu Werke gehen. Der aufmerksamste Reaumur (*)warA 2*) In seinen französischen Anmerkungen zu Lessers Jnsectentheologie. Einleit. 24 S.(**) Memoires pour servir à l'Histoire des Inspectes à Amsterd. 1737. Tom. I. Mem. I. pag. 60.