An den Leser.in einem Collegio, in welchem zu jedem Kenntnisse, das Weltbürgernansteht, wenigstens die Grundlinien gezogen werden müßen. Derweitläufige Garten, in welchem sich unsre jungen Freunde bey günsti-ger Witterung eine und die andre Stunde des Tages ergötzen, beutbey einer grossen Verschiedenheit von Bäumen und Pflanzen die man-chen sehr angenehme Unterhaltung an, den Schmetterlingen, und an-dern dergleichen buntfärbigten Thierchen nachzustellen. Man weis auseigner Erfahrung, wie geneigt das Knabenalter ist, an dem männli-chen eine Allwissenheit voraus zu setzen. Man drang mit Fragen inuns, wie dieß und jenes Inspect heiße, wo es zu finden, wie es zubehandeln, aufzubehalten, zu ordnen sey. Konnten wir einem so wiß-begierigen Zunöthigen ausweichen? Wir thaten uns also ungefähr vor7 Jahren zusammen, studierten das System des Ritters v. Linne desMannes, für den die Natur fast kein Geheimniß zu haben scheint, be-suchten die Quellen, aus denen er geschöpfet, fiengen an dauerhafte-re Sammlungen zu machen, und brachten alle unsere Beobachtungenund Entdeckungen genau zu Papiere. Fähigkeit und Lust zum Malen,und einige Uebung in der architektonischen Zeichnung Jemandes ausunserm Mittel, der es unternahm die in Natur nicht wohl aufbehält-lichen Raupen mit Farben nach dem Leben zu entwerfen, kam uns wohlzu statten. Allein, wer mit der Einrichtung der uns anvertrauten Rit-terschule, mit unsern Lehr= und Erziehungspflichten etwas näher be-kannt ist, sieht auch ohne unser Erinnern wohl ein, daß wir diesenBeschäfftigungen nur die wenigen Nebenstunden widmen, und fast je-den Zeitsplitter dazu auflesen mußten.Wir
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Systematisches Verzeichniß der Schmetterlinge der Wienergegend
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