Druckschrift 
Die Mainzer Buchdruckerfamilie Schoeffer waehrend des 16. Jahrhunderts und deren Erzeugnisse zu Mainz, Worms, Strassburg und Venedig : enthaltend d. Drucke d. Johann Schoeffer 1503 - 1531, d. Peter Schoeffer d. Juengeren 1508 - 1542 u. d. Jvo Schoeffer 1531 - 1555
Entstehung
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fert), auch Denk hielt sich 1526 in Strassbnrg auf. 1 ) Ihre Gegnerwaren die Protestanten. M. Bucer disputirte mit Einigen derselben,während Capito sicli gemässigt zeigte. Der Strassburger Rath wieszwar manchen Wiedertäufer aus, behandelte dieselben jedoch im All-gemeinen gnädig. Peter Schoeffer befand sich in Strassburg in geistes-verwandten Kreisen und mag auch hier mit den Wiedertäufern inmehrfacher Beziehung gestanden haben, wenn auch sein StrassburgerVerlag nichts der Art andeutet.

Im Jahre 1537 löste sich die Verbindung mit Matthias Apiarius,da derselbe in diesem Jahre nach Bern in der Schweiz zog und dortden Buchdruck als amtlich berufener Buchdrucker der Stadt Bern ein-führend seinen ersten Berner Druck 1537 lieferte. Die Frucht derVerbindung beider Männer waren meist Musikdrucke. Zwei verwandteGeister hatten sich hierin gefunden, da Apiarius sogar Componist warnnd die beiden Lieder:Ach hilf mich leid und senlich klag" und:Es taget vor dem walde" von ihm herrühren. 2 ) Apiarius druckte,wie erwähnt, in Strassburg auch Manches allein, er stand zu Oeco-lampadius, Capito und Bucer in Beziehungen und druckte Schriftenderselben. :! ) Es ist vielleicht nicht ohne Belang für die Denkungsartdes Peter Schoeffer, dass er sich hierbei ausschloss und an dem Druckedieser Schriften keinen Antheil nahm, da seine Geistesrichtung aufkirchlichem Gebiete eine andere war. Die Auflösung des GeschäftesSchoeffer - Apiarius gab der Thätigkeit Schoeffers den Todesstoss, wo-durch er sich in Strassburg nicht mehr halten konnte. Dass er wegenHinneigung zu den Wiedertäufern Strassburg habe verlassen müssen,ist unwahrscheinliche Vermuthung und bleibt die Sache geschäftlichvollkommen begründet. Trotz des nur kurzen Aufenthaltes in Strass-burg war Schoeffers Thätigkeit daselbst eine recht rege und vielseitigegewesen und zeichnet sich namentlich durch Drucklegung von wissen-schaftlichen Werken aus. 4 )

1) Lorenz und Scherer, Geschichte des Elsasses I, S. 196.

2) Monatshefte für Musikgeschichte VIII (1876) S. 101 und Publicatio-nen der Gesellschaft für Musikgeschichte IV (1876) S. 87 und 88.

3) vgl. hierüber unten.

4) Peter Schoeffer stand auch zu Christoph Froschover in Zürich inBeziehungen. Die Schwabacher Type desselben gleicht bis auf einige Ver-salien vollständig der Peter Schoeffers, so dass Beide entweder eine Be-zugsquelle der Typen besassen, Peter Schoeffer für Froschover Typen schnittoder goss, oder seine eigene Einrichtung demselben abtrat. Auch enthältFroschovers Ausgabe von Stumpf, Schweitzer Chronik ed. 1518 Mio Blatt 28Vorseite die Abbildung einer Druckpresse, au der oben rechts Peter Schoef-fers Wappen (Winkelhaken mit drei Eosen) und neben längs unter einanderin Majuskeln SCHEFEE steht. (Abbildung nach diesem Drucke in dem Neu-jahrsblatt herausgegeben von der Stadtbibliothek in Zürich, 1881. Quarto).Möglicherweise brachte Froschover die Presse nebst Geräthe Peter Schoeffersan sich, als derselbe nach Venedig zog und Hess solche aus Erinnerung andenselben abbilden, dann würde sich auf diese Weise die Gleichheit derTypen uud das Verhältniss dos Tyndaletestaments und der Covcrdalcbibelzu der Schwabacher Type Peter Schoeffers erklären.

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