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und Blenden im Giebelfeld wiederholt. 1 ) Spitzbögen wechseln ab mit Rundbögen,doch herrscht letztere Form noch entschieden vor, und auch das ziemlich einfacheHauptportal in der Mitte der Westfront ist im Rundbogen gedeckt.
Auf der Dachkreuzung steigt in kräftigem Viereck der Thurm bis zu etwa47 m Mauerwerkshöhe empor. Die Ausbildung desselben ist, wie die Abbildungendarthun 2 ), reich aber doch massvoll und edel. Wie an der Westfront der Rund-bogen, so herrscht an dem Thurme der Spitzbogen vor. In dem unteren Ge-schosse sind die Säulen der Blendnischen mit Schaftringen ausgestattet, wie solcheim Inneren auch an den Obergeschossen der Conchen auftreten. 3 ) Das Streben,die Wirkung der Architektur durch die Wahl verschiedenfarbiger Steinsorten zuerhöhen, wie dies schon dem kunstthätigen Bischof Bernward von Hildesheim nach-gerühmt wird, hat bekanntlich in der Blüthezeit der romanischen Kunstperiodenoch eine weitere Steigerung erfahren, indem man sich nicht damit begnügte,einzelne Strukturtheile bloss durch die Farbe hervorzuheben, sondern hierzu ge-schliffene Steine und zwar solche von dunkler Farbe wählte. So auch in Neuss,wo der milde Glanz der Säulen wirkungsvoll kontrastirt mit dem hellen Grundtondes neben dem Trachyt vorzugsweise verwendeten Tuffsteins.
Der Helm des Thurmes besteht gegenwärtig, wie Fig. 10 zeigt, aus einerstumpfen Pyramide; die neue Spitze (Fig. 11) ist unter Beibehaltung der Eckthürm-chen mit Giebeldreiecken und achteckigem Helm projektirt. Nach ihrer Fertig-stellung wird die Gesammthöhe des Thurmes bis zum Knaufe 75,65 m, bis zurKreuzspitze rund 80 m betragen.
Detailformen.
Die bei St. Quirin zur Anwendung gebrachten Detailformen stehen ganz aufdem Boden der spätromanischen Kunst; es entspricht der verhältnissmässig sehrsparsamen Entfaltung von Kunstformen, dass die Seitenschiffe der Schlusssteineganz entbehren und die des Mittelschiffes sehr einfach gebildet sind. Dagegenzeigen die Emporen reicher ausgebildete Schlussknäufe. Der bildhauerischeSchmuck beschränkt sich im Uebrigen hauptsächlich auf die Kapitelle, von deneneinige hierneben zur Darstellung gebracht sind. Das Kapitell ^-Fig. 13 gehört einerWandsäule, Kapitell Fig. 14 einer Arkadensäule der Nordempore an. Die Kapi-telle Fig. 15—18 stammen sämmtlich von der Südempore.
') Der Zwischengiebel wird nur durch Steinstreifen, welche vor die Mauerfläche nicht vortreten, gebildet.
-) Es sei dazu bemerkt, dass die Nischen unterhalb der obern Schallöffnungen, was aus den Zeich-nungen nicht ausreichend klar ersichtlich ist, eine im Grundrisse flachrunde Form zeigen. In der beiKnackfuss a. a. O. Seite 201 gegebenen Abbildung ist diese Nischenform gar nicht erkenntlich.
3 ) Die dekorative und konstruktive Bedeutung der Schaft- oder Theilungsringe ist treffend dargelegtvon Riggenbach „Die Ringsäulen, ihr Erscheinen und ihre Bedeutung in der romanischen und früh-gothischen Zeitperiode vom XI. — XIII. Jahrh." (Mittheilungen der Central-Kommission. VII. 1862, Seite 53.)