10
Innen - Architektur.
Chor und östliches Querschiff mit Vierungsthurm.
In Chor und östlichem Querschiff weist die Quirinuskirche die den Rhein-landen eigentümliche Dreikonchenanlage auf; sie theilt dieselbe mit den • stolzenKirchen Kölns, mit St. Martin, St. Aposteln, St. Andreas und mit der Kapitols-kirche, bei welcher das System allerdings zu grösserer Vollkommenheit entwickeltist, die aber des Vierungsthurmes entbehrt, den die anderen besitzen. Einen Kuppel-Uuirmjedoch in der Form von St. Quirin besitzt keine der genannten Kirchen; nurbei der Apostelkirch e, deren Osttheile mit der Quirinuskirche die gleiche Bauzeitgemeinsam haben, ist über der Vierung eine Hängekuppcl mit selbstständigerLichtzuführung angeordnet. Die aus dem Viereck in das Achteck überleitendenGewölbezwickel sind dort zwischen die Arkadenbögen der Vierung eingespannt;die Wände des Achteckes erheben sich nur bis zur Firsthöhe der Conchengiebelund konnten deshalb nur die Diagonalseiten mit Fenstern ausgestattet werden,dieselben liegen also zwischen Hauptgesims und Dachfirst. Ueber ihnen befindetsich eine zweite Reihe von Fensteröffnungen in den acht Feldern des Kuppel-gewölbes und darüber noch eine dritte Reihe in der Laterne. Diese Beleuchtungist unruhig und ästhetisch wenig befriedigend. Anders bei St. Quirin. Wie aus-der inneren Ansicht (Fig. 6), dem unter Fig. 7 dargestellten Schnitt durch dasQuerschiff und dem Längenschnitt (Fig. 9) ersichtlich ist, sind die Gewölbezwickelin die Höhe gerückt; sie setzen auf dem in der Gewölbehöhe des Mittelschiffesüber den Scheiteln der Vierungsbögen angeordneten Gesimse auf und bewirkenin Höhe des Dachfirstes den Uebergang aus dem Grundquadrate der Vierung zumAchteck des Kuppelthurmes. Die auf die Gewölbezwickel aufsetzenden Thurm-wände heben sich bei dieser Anordnung ganz frei über die Dächer heraus undermöglichen so auf allen acht Thurmseiten die Anlage eines Fensters. Im Aeussernergibt sich dadurch ein zu mächtiger Höhe aufsteigender Vierungsthurm, im Innerneine lichtdurchflossene, sich in leichten Verhältnissen aufbauende, wirkungsvolleKuppel. Dieselbe ist reich gegliedert. Das Gurtgesims über den Vierungsbögenruht auf zierlichen Kragsteinen; das darüber ansetzende, durch die Gewölbezwickelgebildete Spitzbogenfeld wird auf allen vier Seiten durch Triforien belebt, derenMittelarkade mit einer nach dem Dachboden sich öffnenden Thüröffnung versehenist. Die Rippen der aus acht aufsteigenden Spitzbogenkappen gebildeten Kuppelwerden von Diensten getragen, die oberhalb der Gewölbezwickel auf Konsolenaufsetzen. Durch diese Anordnung sind die Strebepfeiler, welche den Schub desKuppelgewölbes aufzunehmen haben, nach Innen verlegt; in ihrem unteren Theilesind sie durch schmale Oeffnungen durchbrochen, welche im Innern einen Umgangum das Oktogon gewähren. Mit derartigen Umgängen hat der Architekt von