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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
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Katalog der kriegs-ehirurgischen Sammlung.

Band IV.

Band IV.

XI. A 24.

Scliussfraktur des rechten Kniegelenks.

Das Präparat ist gewonnen durch Amput. femor. 10 cmoberhalb der Kniegelenkfläcbe.

Vom Condyl. int. femor. ist der Knorpelrand oberflächlichin geringer Ausdehnung zerstört. Am Condyl. int. tibiae istdie durch die mechanische Gewalt und durch Karies bedingteZerstörung bedeutend umfangreicher und mit Fissurirung ver-bunden. Die Splitterung geht bis zur Eminentia intermediaund setzt sich nach unten in eine Fissur fort, welche etwa4 cm unterhalb der Tuberositas die Crista tibiae schneidet.

Das Präparat stammt von einem am 6. August verwundetenFranzösischen Soldaten, welcher am 1. September 1870 imGarnisonlazareth Berlin amputirt worden ist.

XL A 25.

Gewekrschuss ins linke Kniegelenk.

Das Präparat zeigt nur am Condyl. int. femor. an dessenüberknorpelter Fläche einen geringen Defekt.

Unteroffizier Silbernagel vom 1. Posen. Inf. Regt. No. 18

wurde am 18. April 1864 verwundet, am 25. April 1864 wurde

die Kugel extrahirt, am Abend desselben Tages plötzlicher Tod

unter Delirien.

[Stabsarzt Dr. Besser.]

XI. A 26.

Gewehrschuss ins rechte Kniegelenk,

Streifung der Patella und der lateralen Wand der Fossa

intercondyl. posterior, des Femur. Geringe Usur der knöchernen

Überfläche beider Kondylen dicht an den Knorpelrändern.

Das Präparat besteht nur aus dem bei der Amputationgewonnenen unteren Abschnitt des Femur.

Christensen vom 11. Dänischen Inf. Regt., verwundetam 29. Juni, amputirt am 10. Juli 1864.

[Stabsarzt Dr. Besser.]

XI. A 27.Schussverletzung des rechten Knies.Der Condyl. int. tibiae ist abgesprengt, sekundäre Zer-störung der Kniegelenksenden. Von dem am hinteren undinneren Umfang des Condyl. int. bestehenden Knochendefektziehen Fissuren nach oben ins Gelenk und nach unten in dieDiaphyse der Tibia.

Patient ist nicht an dieser Verletzung gestorben, sondernan den Folgen eines Selbstmordversuchs.

Gautier Pignonblanc, verwundet am 30. Oktober 1870,Schuss ins Knie.

Selbstmordversuch am 23. November 1870, Revolverschussin den Schädel (Präparatl. A23), gestorben am 28.Dezember 1870.[3. Feldlazareth des Gardekorps, Dr. Friedländer.]

XI. A 28.

Lochschuss durch den Condyl. int. femor. dextri.

Die Kugel hat den hinteren Theil des Kondylus schrägvon aussen nach innen und hinten durchbohrt.

Unteroffizier Spindler vom 4. Brandenburg. Inf. Regt.No. 24, 7. Komp., verwundet am 16. August 1870 bei Metz,amputirt am 4. September 1870 im oberen Drittel des Femur.Tod am 4. September 1870 durch Anämie.

Das Sektionsprotokoll spricht nur von grosser Anämie allerOrgane.

[B. L. d. T. F.]

XL A 29.Lochschuss durch den Condyl. int. tibiae sin.

Die Eingangsöffnung des Schusskanals, mit ihrem Zentrum2 cm unterhalb der Mitte des medialen (rechten) Randes derGelenkfläche gelegen, ist etwas längsoval und sehr regelmässig,fast glatt umrandet wie mit dem Locheisen herausgeschlagen.Die Ausgangsöffnung, mit ihrem Zentrum 3,5 cm unter demhinteren Rande der Gelenkfläche dicht neben der Medianliniedes Knochens gelegen, zeigt eine wallartig aufgeworfene Um-randung, bestehend aus abgehobener Kortikalsubstanz mit spär-lichen Kallusexkreszenzen, von der medialen (rechten) Seite desKnocheus schräg nach hinten und unten. Von Fissurirungkeine Spur.

[Stabsarzt Dr. Fetzer.]

(Vergl. Deutsche militärärztl. Zeitschr. 1874, Heft 4, S. 205,letzten Passus.)

Die dort gemachten Angaben beziehen sich zweifellos auf diesesPräparat, obgleich sie nicht durchweg mit dem anatomischen Befundedesselben übereinstimmen.

XL A 30.

Taf. XL1V. Fig. 1 und la.

Lochschuss durch die obere Epiphyse der linken Tibia mit

starker Fissurenbildung.

Die Kugel ist von unten und hinten in den Condyl. int.

tibiae eingetreten und in der vorderen Partie der Gelenkfläche

nach aussen von der Mittellinie derselben ausgetreten.

Karl Hackländer vom Garde-Füs. Regt., verwundet am3. Juli 1866. Am 2. August von Königinhof in Görlitz auf-genommen. Verjauchung des Kniegelenks. Am 6. August 1866Amput. femor. sin. im mittleren Drittel. Am 20. Oktober 1866Tod an Pyämie.

[Oberstabsarzt Dr. Toussaint, Reservelazareth Görlitz.]

XL A 81.

Lochschuss durch den Condyl. int. tibiae dextri.

Das Präparat ist gewonnen durch Amput. femor. 19 cmüber dem Kniegelenk.

Die Kugel hat nach innen von der Eintrittsöffnung, welche 3 cm unterhalb des medianen Knorpelrandes gelegenin Verheilung begriffen ist, eine thalergrosse Knochenplatteabgesprengt. Dieselbe ist ohne Dislokation wieder vollkommenfest angeheilt. Die Austrittsöffnung des den Condyl. int. tibiaedurchsetzenden Abschnitts des Schusskanals liegt auf der Knie-gelenksfläche, ist einpfennigstückgross und fast rund. Von ihraus geht nach vorn eine Fissur durch den Knorpelüberzug.Der Condyl. int. femor. ist etwas nach hinten und innen vonseiner bei gestreckter Stellung des Gelenks am tiefsten gelegenenPartie stark gequetscht. Das Zentrum der gequetschten Stellekommt nur bei leichter Flexion des Gelenks in die Verlängerungdes erwähnten Schusskanalabschnitts zu liegen. Die Patellaist intakt.

Füsilier Friedrich Schiller vom 5. Ostpreuss. Inf. Regt.No. 41 wurde durch einen Schuss ins rechte Kniegelenk ver-wundet am 7. Oktober 1870 bei Metz, amputirt am 5. November1870 im Barackenlazareth des Tempelhofer Feldes.

Offenbar hat die Kugel unterhalb des Condyl. int. tibiaeden Knochen getroffen, ihn lochförmig durchbohrt und nachherden Condyl. int. femor. stark gequetscht. Ueber ihren weiterenVerbleib ist nichts bekannt.

Bei der Amputation fand man keine erhebliche Eiterungin den Weichtheilen, die Muskeln des Oberschenkels vielmehr

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