XIII
im Ausland unglaublichen Schaden zufügt, so wenig ichendlich die Menge und Grösse der vorhandenen sonstigenMissstände verkenne, vermag ich doch durchaus nicht derAnsicht Jener beizutreten, die in dem gänzlichen Umsturzder Universitäten, besonders aber in ihrer völligen Lostren-nung vom Staate und freister Concurrenz für dergleichenAnstalten die Panacee der Uebel gewärtigen, an denen siezur Stunde kranken. Vielmehr bin ich der Ansicht, dassdurch diese Massregeln die bestehenden Schäden nur ärgerwerden dürften, dass namentlich sie zuletzt im Stande wären,dem Unwesen der Cliquen und Coterien, wie es, haupt-sächlich protegirt von einigen grösseren Universitäten, untermanchen Gelehrten Deutschlands unleugbar florirt, ein Endezu bereiten.
Vielleicht spreche ich mich über dieses Thema aneiner andern Stelle ausführlicher aus. Einstweilen gebe ichals Quintessenz meines Nachdenkens über die deutschenUniversitäten den Staatsmännern, welchen der wichtigsteTheil des gesellschaftlichen Organismus, die Sorge für dieErziehung der Jugend, anvertraut ist, den Rath (man mögeeinem Philologen verzeihen, wenn er ihn in Citate kleidet),sich bei den bezüglichen Reformen ja nicht zum Massstabzu nehmen des alten Cato »ceterum censeo Carthaginemesse delendam«, sondern vielmehr, was ein anderer Römerseiner gleichfalls der Verjüngung bedürftigen Heimath zurief: