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der zweiten Hälfte des 16. Jh. belegt 1 ). Nicht viel davon ver-schieden war wohl das eisen pant, das bereits 1512 genannt wird').Mit dem Aufkommen der Fiedel war bei den konservativenländlichen Verhältnissen der ßagstein nicht aus der Welt geschafft.Die beiden Strafwerkzeuge wurden vorerst zusammen 3 ) angewendetoder auch alternativ*). Es wurde einfach in den althergebrachtenWortlaut desTeidings die Fiedel aufgenommen, wobei der Wortlaut imübrigen unverändert blieb 5 ). So erklärt sich auch der nicht ganzpassende Ausdruck „die Fiedel anhängen". Denkbar ist ferner, daß ineinigen Fällen die Fiedel nicht nur die Funktion, sondern auchden bereits unverständlich gewordenen Namen des Bagsteinsübernahm, daß also in den Teidingstexten der Bagstein fortge-führt wurde, die Fiedel aber als Strafmittel verwendet wurde, jadaß man die Fiedel auch Bagstein nannte 6 ).
§ 9. Wirkliches Vorkommen des Steintragens.
Darüber, ob das Bagsteintragen in Wirklichkeit häufig oderselten angewendet wurde, lassen sich nur Vermutungen anstellen.Die Nachrichten, die auf uns gekommen sind, sind recht kärglich.In Katzmair's Gedenkbuch 7 ) steht eine Notiz zum Jahre 1399.
J ) Also in einer Zeit, wo nach stärkerem Rückgang der Bevölkerungs-zahl durch die Türkeneinfälle wieder zahlreiche neue Ansiedler, insbesondereaus Franken und der Oberpfalz ins Land kamen. Sollte damit etwa dasAuftauchen der Fiedel in Zusammenhang stehen ?
2 ) in Eipeltau (Anhang 4). — fiedel oder eisen (S. 32, Anm. 3) glaubeich ebenfalls heranziehen zu können.
3 ) Rohr u. Schwarzau 17. Jh. (Anhang 8, Gutenstein).
4 ) Bogen Keusiedel (Anhang 1) ÖW. 7,518 Traiskirchen 1615. — Archivf. K. öst. GeschQu. 25, 105 Grösten. ÖW. 8, 466 Sierndorf 18. Jh. ÖW. 7,393 (Vgl. 8, 59) Grillenberg 1747. — Vgl.: krötenstein, fiedel oder pfeifeSchleiz 1620. Grimm RA.-* 2, 315.
5 ) Textgruppe Laa (Anhang 11). Vgl. die bei Bogen-Neusiedel (An-hang 1) gegebenen Varianten, welche auf einen Text schließen lassen, derälter als der von Bog.-N. war und die Fiedel nicht enthielt. — Vgl. auchdie Texte Traiskirchen und Guntramsdorf (oben § 5, Anmerkung 4).
6 ) Die Stelle ÖW. 8,466 Sierndorf 18 Jh.: borgsteiner oder fiiedel tragenist besonders geeignet, eine derartige Vermutung wachzurufen. Vgl. auchdie andern in Note 4 angeführten Stellen.
*) /* l 7 fiengen o:in diern — — und Mengen der den bachstain an. (München1399) Chron. d. deutsch. Städte 15, 490.
Künßberg, Das Steintragen «j