Druckschrift 
4 (1807)
Entstehung
Seite
57
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57Gold= und Silber=Rechnung.Metalle zieht, nach dem Vorrath des einen oder desandern richtet, welchen es durch den Bergbau gewinnt.Weil in Indien und China des Goldes im Verhältnißmehr gewesen ist, so ward es dort nur 9 bis 10 malmehr werth geachtet, als das Silber. In Europa istes am wohlfeilsten in Portugal, seit dem Brasilien soviel Gold gibt. Es ist nämlich in dessen Münzen nur13 ½ mal so theuer, als Silber angesetzt. Am theuerstenist es aber in Spanien, weil dessen amerikanische Mienendes Silbers so sehr viel geben, daher auch der Hof seiteinigen Jahren das Gold 15 ½ mal so hoch als das Silbergesetzt hat. In den mittlern Staaten von Europa wirdrohes Gold gegen rohes Silber 14 1/2 bis 14 2/3 mal theuererverkauft. Die Umstände der Zeiten und die Handlungmachen aber diesen Preis abwechselnd. Wenn nungleich in Staaten, welche die Edle⸗Metalle wenig odergar nicht aus ihren Boden, sondern durch die Hand-lung an sich ziehen, sich in Verhältniß von deren Werthewissermassen im Mittel zwischen dem der übrigen auf14 ½ bis 14 fest gestellt hatten, so verrückt sich dochdasselbe bey jedem Vorfall, der ein stärkeres Begehrendes einen oder des andern Metalles veranlaßt. Dochist ein Steigen des Werths des Goldes der gewöhn-lichere Fall deswegen, weil in baaren Geldversendun-gen es ſich leichter verfuͤhren, auch nöthigen Falls ver-bergen läßt. Jeder Krieg macht daher das Gold steigen.Das Gold= und Silber=Gewicht ist bey den meisteneuropäischen Nationen eine Mark oder ein halbesPfund. In Deutschland gilt die cöllnische Mark,welche ihren Namen von der Stadt Cölln erhaltenhat, und 4864 holländische Asen schwer ist. In Hol-land und Frankreich gilt die Mark Troy, von derStadtD 5