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3317. si tarnen habuero vinum compunctionis aut vasculumaqua? et potum lacrimarum F. S. doch lät ir mich bereiten bazbis ich gehole min wazzervaz, der heüegen brieve, der engel bröt,die schuolie der heüegen demuot, den stap in mine hende, minengürtl und min gebende und spise gnuoc in minen sac aSyon 485 ff.
3350—3477 unterbricht L. wieder den Beriebt mit einerBetrachtung erstens darüber, dass nur wahre Minne die hhn-lischen Ehren vermitteln könne, sie zwingt die Barmherzigkeit,den Geist in den Himmel zu führen. Er bete mit Herz undMund alle Stunde, mit Thränen die entsündigen und den Himmelerzwingen. Welche Sele die wahre Minne fühlen will, muss denThränentrank schlürfen (3350—3396).
3374. In der lat. P. S. findet sich in den Worten, welcheWort und Handlung der Caritas begründen: quum cum ipsa abinfantia crevit miseratio.
3383. zu dem Attrib. wazzerfliezende vgl. aus einem nieder-deutschen Gebetbuch v. 1305: nu bidde ik die honichvletendeborne aller söticheyt.
3384. der Sünden schimel im Passional nicht selten H.111, 32. K. 46, 70. 95, 5. 108, 66; auch bei Konrad von Würz-burg, Hug von Trimberg, Heinrich von Neustadt (Lexer H. 742).schimel ward in Vergleichungen gegen Ende des 13. Jh. beliebt.— Zu unsrer Stelle vgl. S. 1724 ff.
3391. Dem Thränenguss (dem zehernden guzze) ist einlüftender duz zugeschrieben, ein erleichterndes emporhebendesDonnern, weil die Zähren das Herz in der Minne baden und esdamit zu Gott erheben. Lamprecht entnimmt das Bild dem vonDonner begleiteten Gewitterregen und scheint dabei von Wolframvon Eschenbach, Parz. 104, 5 abhängig.
3397—3437. Es gibt drei verschiedene Arten von Thränen:von leide, jcemerliche, froeliche. Mancher ist dem weinen ver-schlossen. Wie man vier Werkzeuge zum Brunnengraben hat,so auch für die Zähren. Die weitere Ausführung folgt 3438—3476.
3399. Meister Eckhart zählt sehsleie weinen auf, die ver-dienstlich sind, D. Myst. H. 361, 12 ff. — Eichard von S. Victorannotat. in Psalm. 113 unterschied lacrymas spirituales undcarnales.
3403. daz erste weinen ist, so man die vergangenen Sündebeweinet, dämite man got geleidiget hat. Eckhart, Myst. H. 361,13.
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