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(Bartsch Erlösung S. 242—277, 1058 Verse). Allediese Dialoge sind strophisch. Keiner aber kann sichan dichterischer Schönheit und religiöser Glut mit demGesänge des h. Franz v. Assisi: Amor, de caritateperche m'hai si ferito messen, in dem die glühendsteLiebe der Jesum verlangenden Sele sich äussert, zu-gleich aber die Stimme Christi auf die Zügelung derLeidenschaft durch Mass und Tugend verweist.
Eine andre Klasse deutscher Gedichte über dieBrautschaft der Sele besteht aus weitläufigeren zusammen-hangenden oder aus kürzeren, mehr spruchartigenErklärungen zu Bildern, welche die Geschichte derLiebe zu Jesu auf den verschiedenen Stufen bis zu derehelichen Vereinigung darstellten. Die ältesten undlängsten gehören dem 14. Jahrhundert an (aus einerNürnberger Hs. von Bartsch herausgegeben ErlösungS. 216—224, Anfang und Schluss eines andern in einerSt. Georgen-Karlsruher Handschr. in Aufsess AnzeigerIII. 40, ein kürzeres vollständig gedruckt in MonesAnzeiger VIII. 334-338). Im 15. und 16. Jahrh.wurden die Bilder in Holz geschnitten, auf Foliobogengedruckt, die allenfalls zerschnitten werden konten,um die Bildchen gleich Heiligenbildern in Bücher ein-zulegen ; oder es wurden auch kleine Hefte darausgemacht, in denen auf die zweizeiligen Erklärungs-sprüche prosaische erbauliche Betrachtungen folgten(Doeen im Kunstblatt zum ilorgenblatt 1821. No. 104,Hoffmann v. Fallersieben in Aufsess Anzeiger II. 36 — 39).Es zeigt dies, wie tief die Allegorie von der minnendenSele in das Volksbewustsein eingedrungen war. Siestarb mit der Reformation nicht ab, sondern ist auchin den folgenden Jahrhunderten bei religiösen Dichternmit lebhafter Phantasie und der Neigung zu einer naiven