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Sanct Francisken Leben und Tochter Syon
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Vorauer Ged. 102,1. Scherer zu Denkm. XXXIV. 27,1).Aber erst im 13. und 14. Jahrb.., als die deutscheMystik sich ausgestaltete, trat jene fruchtbare Allegoriein der Poesie breiter und in eigenen Gedichten heraus.Sie erfüllte die religiöse Empfindung zugleich und dieschwärmerische Betrachtung der gottbegnadigten Frauen,die weit gewaltiger davon ergriffen werden musten alsdie Männer. Mechtilds von Magdeburg Offenbarungen(1265 niedergeschrieben), die Gesichte der ChristineEbner (f 1356) und der Adelheid Langmann (f 1375)geben davon Zeugnis.

Das gröste und bedeutendste Gedicht von derTochter Syon oder der Liebe der Sele zu dem him-lischen Bräutigam ist unsers Lamprechts Dichtung. Nebenihn stellt sich wie früher erwähnt der unbekannte Ale-manne mit seinem weit kürzeren, aber schönen und gutentworfenen Büchlein. Nicht viel später als die beidenTöchter Syon werden zwei Gedichte Münchener Hand-schriften entstanden sein: eine Anweisung die LiebeJesu zu gewinnen, (Swer gerne Met ein guot leben,Altd. Bl. IL 359366) und eine kurze Anrede deshimlischen Herren an die recht minnende Sele (ebd.370 f.). Schwerlich noch dem 13. Jh. gehört ein dia-logisches Gedicht, von Bartsch in seiner ErlösungS. 214216 unter dem NamenGott und die Sele"herausgegeben, ein Gebet der Sele mit der erhörendenAntwort Jesu Christi. Ähnliche Gespräche sind mehrerevorhanden: das eine Heb üf dm Tirüze (German. XV.366368. Aufsess Anzeiger III. 27 f. Haupt Z. f. d.A.XXII. 7880) ist wol im 15. Jahrh. entstanden; dem14. Jahrh. wird aber noch der Minnenspiegel angehören,ein langes Gespräch der reuigen Sele mit Gott, dersie zu Gnaden und in seine Gemahlschaft aufnimt