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und spielenden Behandlung des Verhältnisses der Selezu Gott immer wieder ans Licht gekommen.
Von der süssliehen und tändelnden, nicht seltenin das sinnliche überschwankenden Behandlung derallegorischen Brautschaft, welche in manchen der er-wähnten Gedichte, sowie in den Visionen klösterlicherJesusbräute bemerkbar wird, hat Lamprechts TochterSyon nichts. Er benuzt jede Gelegenheit, welche dieEilia Syon seiner theologischen Bildung bot, zu Aus-führungen, die aus den von dem Provinzial Gerhardihm überlieferten Kentnissen schöpfend, das practischeZiel der Ermahnung, Besserung, Erhebung zu demeinswerden des Menschen mit Jesu erstreben. Er istvon Gerhard gut unterrichtet worden, ehe er in denEranziskanerorden trat, aber er ist kein Buchgelehrter.Während der Alemanne Augustinus, Sante Bernhart,Aristoteles, Plato und Socrates, Salomon, Philo undDavid in bunter Reihe als Gewährsmänner in seinerTochter Syon anführt, beruft sich Lamprecht nur aufseinen Provinzial; was dieser ihm vorgetragen hat, istihm eine einheitliche Lehre, nach deren geschichtlicherEntstehung zu forschen, ihm durchaus fern lag. Wirerhalten durch Lamprechts Gedicht einen merkwürdigenEinblick in die Bildung der deutschen Minoriten ausder Zeit Davids von Augsburg und Bertholds vonRegensburg, und sehen, wie sie zwar das Wissen nichtverschmähten, aber wie die eigentliche Gelehrsamkeitihnen gleichgültig war, und sie ihre Kentnisse nur alsMittel brauchten, um die religiösen Empfindungen zuwecken, durch welche die geheimnisvolle Vereinigungder Sele mit Gott gewonnen wird.
Ich habe mich in den Anmerkungen zur Syon be-müht, die von Lamprecht aufgenommenen Ansichten