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die Kemenate des Herzens auf, das beiderseitige Gesindebegrüsste sieb. Da ist nun Scherz und Lust, ein süsserWechsel, Gott und Sele werden eins. Wie barmherzigund demütig bist du, o Jesu, dass du solche Vereinigungdeinem Geschöpfe gönnst! (4013—4217).
Oratio ist ohnmächtig vor der Himmelsthür liegengeblieben. Das Wasser ihres Kruges hat sich in Weingewandelt, sie ist wie trunken. Das ist der Ciaret,den der h. Geist mengt. Empfindet die Sele, dass ihrGebet solchen Gang nimmt, dann kann sie wol denGeliebten in ihren Garten laden. — Geistliche Leutesollen in dem Garten ihres Herzens auf ihren liebenFreund, d. i. Jesus, warten. Wer ihn mit der Liebespeiset, dem gibt er den Trunk der himlischen Jugend.Dazu helfe uns Gott, Jesus Krist und der heilige Geist!(4218-4311).
Suchen wir den Grundgedanken in LamprechtsGedicht, so liegt er in dem Gegensatz der vergänglichenweltlichen Güter und flüchtigen irdischen Freuden gegendie Beständigkeit der himlischen Wonne; in der Not-wendigkeit für die menschliche Sele, die eitle Welt zufliehen und nach dem ewigen Heile zu trachten; in demNachweis der Mittel, die ersehnte Vereinigung mit Gottzu gewinnen, welche als dem Menschen möglich ge-schildert wird. Als Einkleidung für dieses Grundthemader Religion überhaupt benuzt er die Allegorie derLiebe der Tochter Syon zu dem himlischen Könige, dieer in dem lateinischen Tractat, welchen Gerhard ihmvortrug, ausgebildet fand.
Diese Allegorie ist die kristliche Gestaltung desvon Appulejus philosophirend behandelten Märchens von